Sonntag, 16. Februar 2014

Die Herrin




Die Herrin

Das Kerzenlicht erhellt den Raum. Die Dielen knarren. Sie schreckt auf. Ängstlich schaut sie zu der Frau. Hohe Absätze hat sie, ist in Leder gehüllt. Bestimmender Schritt und kühler Blick.

Es ist die Herrin, sie ist hier - die Sklavin weiß, nur wegen ihr. Sie nimmt die Zügel fest in die Hand. An der Leine ist die Sklavin nur ein Tier im Menschengewand. Die gibt sich fremdem Willen hin. Sie sieht die Herrin, sieht ihren Sinn.

Die Herrin greift nach ihrem Band. Die Leine wird straff gespannt.

Ein kurzer Ruck, dann spürt sie es. Spürt, wie das Halsband sich an sie presst.

Auf allen Vieren kommt sie hoch. Dem Tier so nahe, das in ihr wohnt. Die harte Stimme erreicht sie kaum, da windet sie sich schon in ihrem Traum.

Devoter Blick, die Peitsche spricht. Die Herrin streichelt ihr Gesicht. Sie bettelt, fleht, und gibt sich hin. Ihr Körper hat nur eins im Sinn. Sie will der Herrin Sklavin sein, will ihr als Tier gehorsam sein.

Das schwarze Leder sich an sie schmiegt. Striemen jetzt den Rücken zieren. Ein Knall, ein Schrei, so ist es Brauch. Die Herrin gibt ihr auch den Knauf.

Der feurige Schmerz ihre Lust jetzt mimt. Sie schreit bei jedem weiteren Hieb. In feuchter Glut sie jetzt zerfließt. Sie fleht nach mehr, sie bettelt nach ihr. Der Herrin Segen will sie spüren. Der Herrin dienend lässt sie sich von ihr führen.

Erbarmen kennt die Herrin auch. Sie öffnet die Schenkel, und zeigt hinauf. Auf Knien rutscht die Sklavin hin - sie kostete die Lust, und schmeckt den Sinn. Salzig Odem in sie fließt. Der Herrin Saft jetzt über sie schießt.

Die Leine fest in einer Hand, die andre um den Kopf gespannt, so hält die Herrin sie, das Tier. Die Herrin schimpft und lobt sie viel. Auch mit Schlägen zeichnet sie der Sklavin Wange mit Gefühl.

Bald ist es jetzt jedoch soweit, ergießt die Herrin sich und schreit. Ein jeder Tropf wird geschluckt. Devotes Ding kriegt nie genug. Sie schmiegt sich an der Herrin Bein. Sie will bei ihr nur glücklich sein.


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Heute Abend um ca. 20 Uhr gibt es eine Lesung dieses Gedichts von mir durch Silke B auf
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Kommentare:

  1. Ich find deine lyrischen Geschichten echt toll!
    Und diese hier, wow, schade, dass ich so nicht schreiben kann.
    Genial! ;-)

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    1. Danke. Ich bin mir bei solchen kleinen Texten nie ganz sicher, wie sie ankommen. Da freut mich das Lob doppelt.

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