Donnerstag, 20. Februar 2014

Lehrer der Sünden - Ninas Traum



Lehrer der Sünden

Ninas Traum


Der Luftzug war kaum spürbar, doch die feuchte Haut reagierte sofort. Ein kalter Schauer lief ihr über den Rücken und ließ das kniende Mädchen leise aufstöhnen. Draußen war es bereits dunkel. So viel wusste Nina, auch wenn ihre Welt in Dunkelheit gehüllt war.

Ein roter Seidenschal hatte ihr das Augenlicht genommen. Nicht,  weil sie jemand dazu gezwungen hatte. Nein, es war schlimmer. Die Schülerin selbst hatte sich das Tuch umgebunden. Warum hatte sie das getan? Sie war verrückt. Sie war nur dem vagen Versprechen eines Mannes gefolgt, der mehr als doppelt so alt wie sie war.

Dr. Matthias Schuhmacher. Deutsch, Mathe, Physik. Leicht ergrautes Haar, breite Schultern und seit der 9. Klasse ein heimlicher Geliebter in Ninas Träumen. Oft hatte sie schon im Bett gelegen und bei seinem Bild heimlich masturbiert. Doch die Träume reichten ihr nicht mehr. Sie wollte ihn, wollte bei ihm sein, bevor es zu spät war, bevor ihr Abitur sie für immer trennen würde.

Auf der Klassenfahrt im letzten Schuljahr hatte sie ihn angesprochen, hatte ihm unter dem Einfluss von zu viel Alkohol ihre Liebe gestanden. Danach folgte das böse Erwachen. Schuldgefühle. Sie hatte sich krank gemeldet, war den Rest des Schuljahres nicht mehr zum Unterricht erschienen. Die Sommerferien hatten ihre Gefühle für den Lehrer nicht abgekühlt. Im Gegenteil. Kein Tag verging, an dem sie nicht an ihn gedacht hatte, als ihre Finger zärtlich das eigene Geschlecht verwöhnten.

Nina hatte noch nie einen Freund, auch wenn sie sich keinesfalls als unerfahren ansah. Was ihr an Praxis fehlte, machte ihre Fantasie wett. Eine Fantasie, die sich immer wieder um ihren Klassenlehrer drehte. Eine Fantasie, die für die achtzehnjährige Schülerin zu einer Besessenheit geworden war.

Als Dr. Schumacher sie heute Morgen ansprach, rutschte ihr das Herz fast in die Hose. Er sagte ihr, dass sie, wenn sie es wirklich ernst meinte, seine Sklavin sein könnte, doch dies ihr Geheimnis sein müsste. Gerüchten zufolge hatte er sich in den Sommerferien von seiner Frau getrennt. Sie war angeblich mit einem anderen Lehrer zusammen gekommen. War dies die Chance, auf die Nina gewartet hatte? Eine Chance, die das junge Ding nur einmal im Leben bekommen würde.

Die Befehle des Lehrers waren eindeutig. „Komm bei Einbruch der Nacht in die Turnhalle. Die Tür wird offen sein. Dusch dich, aber trockne dich nicht ab. In der Mädchenumkleide liegt, was du dir anziehen sollst. Leg eine blaue Matratze aus und knie dich auf diese. Verbinde dir die Augen. Wenn du gehorsam bist, dann werde ich zu dir kommen.“

Mit Worten hätte man die Anspannung in Ninas Brust nicht einmal messen können. Nicht dass Ninas sonderlich große Brüste gehabt hätte. Was er ihr zugeflüstert hatte, klang erst wie ein Traum für sie. Trotzdem war sie zu der Turnhalle gekommen. Die Tür war unverschlossen und alles fand statt, wie er es ihr gesagt hatte.

Das blaue Höschen und das Top passten ihr, auch wenn es sie mehr an einen Bikini, als an Unterwäsche erinnerte. Trotzdem, sie folgte seinen Anweisungen. Frisch geduscht war sie in die Turnhalle gekommen, die nur von dem diffusen Licht der Notbeleuchtung erhellt wurde. Jetzt hieß es warten. Warten, ob er wirklich kommen würde.

Zeit verstrich. Minuten oder Stunden. Für das in der Dunkelheit gefangene Mädchen war es eine Ewigkeit. Die Unruhe in ihr wurde immer größer. Hatte Dr. Schuhmacher alles nur getan, um sie zu erniedrigen? Das musste er nicht. Nina fühlte sich durch ihre so lange verschleppte Liebe zu ihm längst am Boden. Wenn er sie jetzt versetzt hatte, wenn er nur mit ihr spielte, dann, ja dann war alles vorbei. Nina glaubte nicht daran, dass sie unberührt nach Hause gehen konnte. Nicht, nach dem sie selbst so viel Mut aufgebracht hatte, um zu dem Treffen in der Schule zu kommen. Sie dachte an die Brück - dachte an das Wasser, welches schon viele unglückliche Seelen mitgerissen hatte.

Eine Tür öffnete sich. Unsicher drehte das Mädchen den Kopf. Ihre blonden Haarsträhnen waren noch ganz nass und streiften über ihre nackten Schultern. Schritte in der Dunkelheit. War er es? Ihr Lehrer, der sie erhört hatte? Ihr Herz schlug schneller und sie keuchte deutlich hörbar. Er war da.

Die Schülerin spürte seine Präsenz, auch wenn sie ihn nicht sehen konnte. Er war zu ihr
auf die Matte gekommen, stand vor ihr. Vor ihrem inneren Auge konnte sie den Mann erspüren. Sie roch sein Parfüm, seinen männlichen Duft und mehr. Lust.

„Du bist also erschienen, Nina. Willst du meine Sklavin sein?“, fragt die Stimme aus dem Nichts.

„Ja“, keuchte das Mädchen. Sie wusste nicht, was der Lehrer von ihr wollte. In ihren Fantasien hatte er sie zwar oft hart, manchmal sogar gegen ihren Willen genommen, doch das hier war anders. Das hier war keine Fantasie, auch wenn es sich surreal anfühlte.

„Du wirst mich, wenn wir alleine sind, ab jetzt immer mit Herr anreden. Verstanden Sklavin?“, sprach er mit dem souveränen Befehlston, den er auch als Lehrer vor der Klasse verwendete.

„Ja, Herr“, hauchte Nina.

„Nicht so zaghaft. Du hattest genug Mut, mir mich vor meinen Kollegen anzusprechen und mir deine Liebe zu offenbaren. Du hast mich ziemlich in Bedrängnis gebracht.“ Seine Stimme klang streng, ohne Liebe.

Erinnerungsfetzen huschten durch ihr Bewusstsein. Ja, sie waren nicht alleine, als Nina angetrunken an den Tisch der Begleitlehrer getorkelt war. Sie hatte nur Augen für Dr. Schuhmacher gehabt, doch dieser saß neben drei Kollegen, welche Ninas Liebesbeichte auch vernommen hatten. Plötzlich tat sich unter ihr ein gewaltiges Loch auf. Beschämt wäre sie am liebsten darin verschwunden, doch stattdessen hörte sie die Stimme ihres Lehrers – ihres Geliebten.

„Dafür hast du eine Strafe verdient, Sklavin.“

„Ja, Herr“, flüsterte Nina kleinlaut. Ja, eine Strafe, jede Strafe, solange sie nur von ihm kam.

Patsch, Patsch. Mit fester Hand verpasste er ihr zwei Ohrfeigen, die sie vollkommen unvorbereitet empfing. Sie schrie kurz auf und hielt sich die Wange. Der Schmerz war neu, doch ihre angespannte Erregung verwandelte den Schmerz in der Dunkelheit in etwas Ungekanntes. Eine devote Lust, die sie zu überwältigen schien.

„Hände hinter den Rücken, Sklavin“, befahl der Lehrer streng. Nina gehorchte und senkte den Kopf leicht, so dass sie eine demütige Haltung einnahm.

„Dies war nur ein kleiner Vorgeschmack, was dich als Sklavin erwartet. Willst du immer noch meine Sklavin sein, Nina?“

Das Mädchen kämpfte mit den Tränen. Es war das erste Mal in ihrem Leben, dass jemand sie geschlagen hatte. Und es fühlte seltsam an. Der Schmerz war einem brennendem Ziehen gewichen. Wollte sie das wirklich? War Dr. Schuhmacher ein Perverser? War am Ende selbst sie pervers? Das Mädchen schluckte schwer, bevor sie sich zu einer Antwort durchrang. Eigentlich konnte es nur eine geben, aber trotzdem fielen ihr die Worte so schwer, als wäre ihre Zunge aus Blei. „Ja, Herr.“

„Laut und deutlich! Willst du meine Sklavin sein, Nina?“

„Ja, Herr“, wiederholte sie diesmal lauter. „Ich will Eure Sklavin sein.“

Patsch, Patsch. Noch einmal bekam Nina zwei Ohrfeigen. Diesmal schrie sie jedoch nicht. Sie hielt die Hände hinter dem Rücken verschränkt und war stolz auf sich. Ja, er sollte sie ruhig schlagen, solange sie nur bei ihm bleiben durfte. In diesem Moment dachte sie nicht an morgen. Sie dachte nicht an das Leben nach der Schule, ja sie dachte noch nicht einmal mehr an die Schule. Ihr ganzer Fokus war auf den Augenblick gerichtet. Auf das Hier und Jetzt.

Sie hörte wie ein Reißverschluss geöffnet wurde. Plötzlich stieg ihr ein neuer Geruch in die Nase und sie spürte etwas an ihren Lippen. Etwas Neues, auch wenn ihr die Fantasie sofort verriet, was es sein mochte.

„Mach den Mund auf, Sklavin“, befahl der Mann und Nina gehorchte. Ein salzig-bitterer Geschmack erreichte ihren Mund. In Dunkelheit gehüllt, nahm sie ihn bewusst wahr. Ihre Zunge tastete danach, umkreiste das Ding, das ihre Träume schon so oft zu einem feuchten Erlebnis gemacht hatte. Sie leckte darüber und gab all das, was sie ihrem Lehrer nur zu gerne schenkte.

„Nimm ihn tief rein, Sklavin“, befahl der Lehrer, dessen angefachte Lust nun in seiner Stimme mit schwang. „Saug daran.“

Die Schülerin gehorchte erneut. Auf Knien und mit hinter dem Rücken verschränkten Armen bearbeitete sie das angebotene Fleisch. Sie gab dem Mann alles, was sie in der Theorie gelernt hatte. Rasch wurde das Fleisch hart und Nina empfand dies als Lohn, der weit mehr Wert hatte, als eine Eins in Mathe.

Der Duft seiner Männlichkeit betörte sie. Schmatzende Geräusche kamen aus ihrem Mund. Unterwürfig verwöhnte die Schülerin ihren Lehrer. Sie schenkte ihm Lust, entlockte ihm ein Stöhnen, und als seine Hand bestimmend in ihr nasses Haar griff, fühlte sich das Mädchen wie im Paradies.

Alles würde sie für diesen Mann tun. Sie würde leben, lieben, lügen und auch sterben, nur um mit ihm zusammen zu sein. Gerne hätte sie ihm das gesagt, doch seine Männlichkeit versperrte ihren Mund. Immer tiefer stieß er in sie vor, nahm sie als das, was sie war. Eine willige Sklavin, die sich ihrem Herrn in devoter Pose hingab. Speichel tropfte aus den Mundwinkeln des Mädchens, welches in der blauen Unterwäsche vor dem Lehrer kniete. Ihr Kopf bewegte sich im von ihm in männlicher Dominanz bestimmten Takt. Tief in sich spürte sie seinen Pfahl und kämpfte damit, nicht zu würgen. Sie wendete die Techniken an, die sie aus den Anleitungen kannte und musste trotzdem all ihre Kraft aufbringen.

Es gelang ihr. Und ihr Erfolg war seine Lust. Seine Lust war die ihre. Ohne sich selbst zu streicheln, spürte das Mädchen, wie sie fast an den Rand eines Orgasmus geführt wurde. Sie wusste nicht, wie dies möglich war, doch allein ihr Kopf reichte in diesem Moment aus, um sie in schiere Euphorie zu versetzen.

Sein lautes Stöhnen machte sie geil. Sein bestimmendes Verlangen ließ sie am ganzen Körper zittern. Dann war es endlich so weit. Mit einem Mal presste er ihren Kopf gegen seine Hüften, rammte seinen Pfahl bis zum Anschlag in ihren Mund und sorgte dafür, dass Nina für einen Moment keine Luft bekam. Doch es war ihr gleich. Laut keuchte der Lehrer auf, als der heiße Saft  seiner Lenden in ihren Mund schoss. Eine zähe, salzige Masse füllte ihren Mund und Nina schluckte alles.

Beide waren sie jetzt außer Atem. Der Griff des Mannes löste sich. Sein erschlaffendes Glied zog sich aus dem Mund des Mädchens zurück, welches dabei auch noch den letzten Tropfen seines Saftes abbekam.

Nina kniete vor ihrem Herrn. Das Höschen war jetzt ganz feucht. Ihre Lippen waren leicht geöffnet. Ihre Augen immer noch verbunden. Sie schwieg, wartete auf ihn. Wartete, was ihr Herr nun tun würde. Der Reißverschluss war erneut zu hören.

„Zähle laut bis Hundert, Sklavin“, befahl der Lehrer. „Dann nimm das Tuch ab. Damit ist deine erste Aufgabe als meine Sklavin erfüllt.“

Das Mädchen befolgte die Anweisung. Rasch zählte sie mit heiserer Stimme bis Hundert. Der Geschmack seiner Lust klebte immer noch in ihrem Mund und Nina bekam Durst. Sie wollte endlich etwas trinken. Ein unglaubliches Verlangen nach einem einzigen Schluck Wasser machte sich in ihr breit, als sie die Fünfzig erreicht hatte. Sie hielt es kaum noch aus, bis Hundert zu zählen und riss begierig die Binde von ihren Augen.

Mit einem Mal war sie wieder in der Turnhalle. Das Licht der Notbeleuchtung erschien ihr nun unglaublich hell. Sie sah jedes Detail, nur von ihrem Lehrer, ihrem Herrn, war keine Spur mehr zu sehen. Hatte sie am Ende das alles nur geträumt?

Das Mädchen leckte sich über ihre Lippen. Nein, sie schmeckte ihn noch immer. Das konnte kein Traum gewesen sein. Sie war hier, er war bei ihr gewesen. Verzweifelt vor Durst und Sehnsucht reckte sie ihren Kopf. Wo war er? Wie konnte er sie einfach hier zurücklassen.

Da fiel ihr Blick auf das schwarze Lederhalsband, welches direkt vor ihren Augen lag. Dies war neu. Hatte er es ihr dagelassen? War es sein Zeichen – ein Zeichen, dass sie jetzt ihm gehörte? Die Schülerin griff danach und presste es an ihre Brust, als sei es ein Schatz aus Gold.

„Ich gehöre Euch Herr“, flüsterte Nina leise zu sich selbst. Dann legte sie sich selbst das Halsband um. Sie war die Sklavin ihres Herrn. Sie gehörte jetzt ihm.


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Diese Geschichte wird an diesem Freitag abend von Silke B auf Radio Schlagfertig vorgelesen:

Kommentare:

  1. Ich freue mich das ich so eine gut geschriebene Geschichte vorlesen darf.
    Silke B.
    www.bdsm-radio.de

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  2. Verdammt ... mag ich diese Geschichte nun, oder nicht? Ja und nein!
    Einerseits schön einfühlsam geschrieben aber anderseits fehlt mir total die emotionale Sicherheit, die ein Herr seiner neuen Sklavin geben sollte. Zu gewagt scheint mir der Spagat zwischen Frust und Lust ...

    M2C

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    1. Du hast recht. Es ist ein Spagat. Doch aus meiner Erfahrung ist dieser wohl eher die Regel als die Ausnahme. Sicher könnte ich so schreiben, dass alles gut wird. Das er sie auffängt und sie glücklich und zufrieden, bis ans Ende ihrer Tage zusammen sind.

      Aber ist es nicht auch der Reiz einer Kurzgeschichte, dass man nicht weiß, wie es weiter geht? Was wird Dr. Schuhmacher mit ihr noch anstellen? War er es überhaupt, oder hat sie es nur geträumt?

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  3. Ich kann deine Worte unterstreichen, Krystan.
    Ich fand sie toll. Und bin auf die Fortsetzung gespannt.

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    1. Wirds bestimmt geben. Vielleicht gibt es davon auch bald eine Audioversion, wenn Silke sie fertig geschnitten hat.

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