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Donnerstag, 13. November 2014

Der Somaliaplan

Der Somaliaplan


Wir schreiben das Jahr der Herrin 2014.
Königin Angela, die Einzigartige, sitzt seit nunmehr 9 Jahren auf dem eisernen Thron.
Nach dem Bruch mit ihrem untreuen Vater Kohl, dem Letzten, hat sie es geschafft ihre Macht auf dem Kontinent zu festigen.
Der Aufstand der Wutbürger wurde ausgesessen.
Die Schlacht um Griechenland wurde geschlagen.
Und die deutschen Banken wurden gerettet.

Im Speakers Corner bei Facepalm nageln unzufriedenen Untertanen der Königin noch immer ihre Schmähschriften und Bilder an ihre Pinwand. Doch ein viel drängenderes Problem steht auf der Tagesordnung der Königin.

Seit Wochen ziehen Herbstnebel über das Königsland und führen zu schlechter Laune beim Volk, dass doch nur eines will. Urlaub am warmen Meer und günstiges Essen. Es gibt nur ein Problem. Die meisten der von den Deutschen beliebten Urlaubsstrände wurden bereits vor Jahren von den Spaniern, Griechen und Italienern annektiert. Trotz Nettozahlungen waren diese verruchten Länder nicht bereit, ihre Küsten und Inseln als Pfand an die deutsche Krone abzutreten.
So konnte es nicht weiter gehen. Denn: WINTER IS COMING!

Gemeinsam mit ihrer obersten Feldherrin und Geliebten, Herzogin Uschi, ersann die sonst so konservative Königin Angela einen zukunftsweisenden Plan, als sie sich bei einer zusammen geschnupften Linie frisch bei Aldi gekauften Schnees, die Weltkarte ansah.

Somalia hatte eine große Küstenlinie. Es gab weitläufige Sandstrände, eine gute Verkehrsanbindung an den Welthandel und nie enden wollenden Sommer.
Das Land war außerdem im Vergleich zum Kronland der Königin nur dünn besiedelt, so dass einer touristischen Erschließung nichts im Weg steht.
Ein weiterer Vorteil war, dass Somalia einen direkten Zugang zu den sonst so mühsam nach Deutschland geschleppten Flüchtlingen bietet, die auf diese Art und Weise weit weg von den unwirtlichen ostdeutschen Flatlands eine Heimat in Deutschland finden konnten.

Mit frisch gepuderter Nase war Herzogin Uschi sofort entzückt von dieser Idee. Sie selbst hatte ja schon fleißig zukünftiger Soldatinnen und Soldaten für ihre Königin produziert. Trotz neuem WLAN und zusätzlichen Kindergärten für zukünftige Truppen, verfügte die deutsche Armee ja bekanntlich über gewisse deifizierte der Ausrüstung.
Dies war auch der Grund warum in der Vergangenheit immer wieder deutsche Marineschiffe vor die Küsten Somalias geschleppt wurden, um dort in langwierigen Verhandlungen einige der erfolgreichen Piraten für die deutsche Flotte anzuwerben. Bis jetzt ziemlich erfolglos. Nur 5 somalische Piraten wollten einen Daueraufenthalt in Deutschland annehmen.
Mit der Übernahme Somalias wäre dieses Problem gelöst. Plötzlich würde Deutschland über eine kampferprobte Truppe verfügen, die im Gegensatz zu den Altdeutschen bereits erfolgreich den USA die Stirn geboten hatte.

Als der Finanzminister hinzu gerufen wurde, war auch dieser bei der Aussicht auf ein neues Holzbein sofort überzeugt. Nach kurzer Zeit stellte er einen Plan vor, wie dieses Unternehmen kostenneutral durchgeführt werden konnte. Einsparungseffekte und effektives Outsourcing hieß das Zauberwort:
  1. Die Entwicklungshilfe wird zugunsten von Neudeutschland gestrichten. 
  2.  Durch das verminderte Einkommen des vereinten Deutschlands wird, das Land vom Nettozahler zum Netto Empfänger in der EU. Dies dürfte dann auch den sogenannten Eurokritikern den Wind aus den Segeln nehmen, sofern diese nicht schon längst in ihren neuen Lebensraum im Süden umgezogen sind.
  3. Durch die Ausgabe von Kaperbriefen an Piraten könnte sich der gesamtdeutsche Staatshaushalt Mehreinnahmen generieren. Saudische Öltanker, chinesische Elektronik und Konsumgüter, ja sogar US-Flugzeugträger. All das könnte von den Piraten direkt am Horn von Afrika abgefangen werden, ohne dass man dafür weiteres Geld ausgeben musste. Ein somalischer Pirat käme demnach auf eine bessere Kosten/Nutzen Rechnung als ein bayrischer Steuerfahnder.
  4. Alice Schwarzer könnte an einen somalischen Piraten verkauft werden. Wobei dieser natürlich Schmerzensgelds bekommt, damit er sie auch behält.
Alle Mitglieder des Hofstaats waren von dieser Idee sofort begeistert. Die Einwende, dass China vielleicht Einwände gegen die offiziell von Königin Angela natürlich nicht geduldete Piraterie erheben würde, wurden abgeschmettert. Für den Fall das die chinesische Armada irgendwann einmal versuchen würde, nach Deutschland zu kommen, könnten die Piraten sie immer noch im Kanal versenken. Niemand legt sich schließlich mit einer Königin an, die Piraten unter ihrer Kontrolle hat!

Arrrrrr Arrrrrr!