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Freitag, 15. Juni 2012

Die Skaterin Teil 4 e


Willkommen zum letzten Part von "Die Skaterin Teil 4". Ich hoffe euch gefällt das Ende dieses etwas längeren Kapitels.  Ich bin in jedem Fall gespannt auf eure Kommentare.
Teil 4 a
Teil 4 b
Teil 4 c
Teil 4 d

 Die Skaterin Teil 4 e



Friedrich Reich verließ, wie jeden Dienstagabend, sein Büro alleine. Er schaltete sein Handy aus und zündete sich eine Zigarette an. Niemand sollte ihn heute Nacht stören. Er trug einen weiten Mantel und einen Hut. In diesem Outfit hätte er gut in einen Agentenroman gepasst und vielleicht war auch dies ein Teil des Kitzels, der ihn zu seinen wöchentlichen Ausflügen antrieb. Schon vor seinem Amt als Staatssekretär im Innenministerium hatte er es geliebt, sich einmal die Woche zu entspannen. Seine Frau und seine Kinder dachten, er würde länger arbeiten, während er seinen geheimen Fantasien folgen konnte.

Der Mann von Anfang Fünfzig stieg in seinen BMW. Ein schnittiges Auto aus seiner Heimatstadt. Ein stolzes Statussymbol für einen Mann, der alles geschafft hatte. Er fuhr stadtauswärts. Der Verkehr auf der Bundesstraße war um diese Uhrzeit nicht besonders dicht. Sein schwerer Wagen lag gut auf der Straße und ließ ihn zügig vorankommen. Das schlechte Herbstwetter machte ihm dabei wenig aus. Er genoss es sogar. Die Elektronik des Autos steuerte den Wagen zügig und sicher um die Kurven.

Rasch verließ er das bebaute Gebiet. Nur noch vereinzelt waren Abzweigungen zu sehen, die in kleine Ortschaften führten. Im Sommer wurde die Strecke oft von Touristen genutzt, die dem Stadtleben entfliehen wollten. Um diese Jahreszeit jedoch hatte er die Straße für sich alleine. Zumindest fast. Im Rückspiegel sah er das Licht eines weiteren Wagen, der wohl den gleichen Weg fuhr.

Friedrich fragte sich, ob der Fahrer dasselbe Ziel wie er hatte? Unwahrscheinlich. Hermans Haus war in gut betuchten Kreisen ein Geheimtipp für all jene, die den besonderen Spaß suchten. Er selbst nutzte diesen Ort nun häufiger. Die Vorfälle der letzten Monate zwangen ihn dazu. Hermans Haus war nicht schlecht. Die Mädchen waren jung, wenn auch für seinen Geschmack zu willig. Dass es sich bei den meisten Dingern um Osteuropäerinnen handelte, die kaum Deutsch sprachen, störte den Staatssekretär am meisten.

Kilometer um Kilometer legte das Auto zurück. Wie Geister einer vergangenen Zeit erschienen die mächtigen Alleebäume kurz im Lichtkegel seines Autos, nur um dann wieder in der Dunkelheit zu verschwinden. Die Monotonie der regennassen Straße ließ ihn in Erinnerungen schwelgen. Er dachte an das Mädchen, Silvia, wie er später erfuhr. Er dachte an die Augen des Mädchens, die ihn leblos anstarrten, während er auf ihr lag. Schmerz und Erlösung lagen in den Augen des Engels, während seine Hände immer noch um ihre Kehle geschlungen waren. Der Gedanke daran ließ sein Glied vor Erregung schmerzen. Es war ein einmaliges Erlebnis, aber ein Erlebnis, welches er wiederholen wollte. Die Beweise und Zeugen für seine Tat lagen längst unter der Erde oder waren sonst irgendwie vernichtet worden.

Plötzlich, wie aus dem Nichts tauchte ein greller Scheinwerfer in seinem Rückspiegel auf, als ein anderer Wagen an ihm vorbei zog. In Gedanken versunken hatte er ihn bis jetzt nicht weiter beachtet. "Was für ein Idiot", fluchte Friedrich Reich laut. Es war gefährlich, bei regennasser Straße zu überholen. Reich blickte kurz auf seinen Tacho. Er fuhr 100 und war damit selbst etwas schneller, als die erlaubten 80, aber dieser Idiot war noch schneller. Bevor sich der Staatssekretär jedoch weiter über den anderen Fahrer aufregen konnte, schnitt dieser unmittelbar vor ihm seine Fahrbahn. In einem Scheckmoment verriss er das Steuer und kam von der blockierten Straße ab. Seine Scheinwerfer erfassten einen Baum und dann krachte es schon. All das passierte binnen weniger Sekunden. Reich stieß einen lauten Schrei aus, als sein BMW den Baum rammte. Metall verbog sich ächzend, während der Airbag auslöste und ihm ins Gesicht donnerte. Für einen Moment verlor er das Bewusstsein. Die Bordelektronik funktionierte noch und seine Scheinwerfer tauchten das Unfallgeschehen in ein surreales Licht.

Er stöhnte auf, als er wieder zu sich kam. Der Sicherheitsgurt hatte seinen Körper zurückgehalten, sich jedoch gleichzeitig mit der Wucht des Aufpralls an ihn gepresst. Schulter und Unterleib schmerzten. Friedrich blickte sich benommen um. Durch das zerbrochene Seitenfenster erkannte er die Lichter des anderen Wagens, der ihn geschnitten und damit den Unfall provoziert hatte. Er hatte offenbar gewendet und seine Scheinwerfer beleuchteten seinen Wagen. Der Fahrer war ausgestiegen und kam zu ihm. Dieser Kerl war fällig. Er würde dafür sorgen, dass dieser Mann für seinen skrupellosen Fahrstil hinter Gitter kam.

Reich wollte gerade dazu ansetzen, den in einen dunklen Ledermantel gehüllten Unfallfahrer anzuschreien, als dieser an sein Auto trat und das Wort an ihn richtete: "Staatssekretär Reich?" Die Stimme war die eines Mannes, doch ihm vollkommen unbekannt. Sie war ungewöhnlich ruhig für Jemanden, der gerade einen Unfall verursacht hatte.

"Ja? Wer sind Sie?", fragte Friedrich Reich verwirrt.

"Ein Bote", erklärte der Mann knapp.

"Ein Bote?", stammelte der Staatssekretär verwirrt, während er immer noch angeschnallt in seinem Unfallauto saß. "Was wollen Sie? Was zum ..."

Erst jetzt bemerkte er, dass der Fremde etwas in der Hand hielt. Einen Kanister, der unvermittelt hochgerissen wurde. Reich hatte keine Chance zu reagieren. Ein Schwall Benzin traf seinen Kopf und er schrie auf, als die beißende Flüssigkeit seine Augen benässte. Er griff sich unbeholfen und unter Schmerzen ins Gesicht und versuchte die leicht entzündliche Substanz wegzuwischen. Erfolglos. Der Fremde goss weiteres Benzin in und über das demolierte Auto des Staatssekretärs, bis der Kanister leer war.

"Was soll das?", kreischte Friedrich nun verzweifelt. "Was tun Sie da? Sind Sie verrückt?" Die aufsteigende Panik war deutlich rauszuhören.

"Ich habe eine Botschaft für Sie", erklärte der Mann mit der kühlen Stimme eines Soldaten. "Ace und seine Handlanger warten auf dich in der Hölle, Mistkerl!"

"Was?", keuchte Friedrich Reich, dem es nun langsam dämmerte. "Nein!"

"Und einen schönen Gruß von Shiva!" Ein Licht leuchtete in der Hand des Fremden auf, als er ein Streichholz entflammte. Mit einer gleichmäßigen Bewegung flog es durch die Luft und landete im Innenraum des BMW. Ein leichtes Zischen war zu hören, als sich das Benzin explosionsartig entzündete. Dann waren nur noch die verzweifelten Laute des Mannes zu hören, der sich brennend in den Fesseln seines Sicherheitsgurtes wand.

Alex wendete sich ab. Er hatte kein Bedürfnis, dem Mann beim Sterben zuzusehen. Er ging zurück zu seinem Auto. Im Licht des brennenden BMW konnte man das Gesicht der jungen Frau erkennen, die auf dem Beifahrersitz des Wagens saß und das Geschehen mit einem seltsam entrückten Blick betrachtete. Der ehemalige Soldat war durch die Schule des Lebens hart geworden, doch sie war ihm auf ihre Art ebenbürtig.

Er stieg neben ihr ins Auto und warf den Kanister auf die Rückbank. Es würde eine Weile dauern, bis die Polizei den Tathergang rekonstruiert hatte, wenn sie es überhaupt schafften. Er startete den Motor und fuhr in umgekehrter Richtung an dem brennenden Autowrack vorbei, in dem ein Mensch gerade seinen Todeskampf verlor. Keiner von beiden hatte Mitleid mit ihm. In zwei Stunden waren sie über der Grenze. Dort würde ein neues Leben auf sie warten.

***

Das Hotel war billig aber gepflegt. Alex kam aus dem Bad. Sein Blick fiel auf Kim, die nur mit Slip und BH bekleidet auf dem Bett lag, und ihren Babybauch streichelte. Sein Kind wuchs in ihr heran. Ein seltsames Gefühl. Neben ihr auf dem Stuhl lagen ihre Sachen. Eigentlich waren es seine, doch sie hatten noch keine Zeit gefunden, Umstandskleidung für sie zu kaufen. Ihm war es gleich. Sie gefiel ihm, egal was sie trug.

Alex trocknete sich mit dem Handtuch ab. Das weiße Frotteehandtuch glitt über seinen durchtrainierten Körper. Er war nackt, doch hatte er keine rechte Scheu, sich so vor ihr zu zeigen. Sie hatte seinen Schwanz geblasen und er hatte sie geschwängert. Auch wenn sie nie ein Paar waren, waren sie doch viel intimer, als die meisten Paare die er kannte.

Das Leben beschritt manchmal seltsame Bahnen. Vor wenigen Wochen noch war sie für ihn eine verblassende Erinnerung. Nun war er mit ihr hier. Tausende Kilometer entfernt von dort, wo er eigentlich sein sollte. Zwei Reiserucksäcke waren an die Wand gelehnt, genau wie Kims Skateboard. Ihr gesamter Besitz befand sich in diesen. Sie waren jedoch nicht Arm, im Gegenteil. Noch bevor sie Deutschland verlassen hatten, bekam jeder von ihnen ein Kuvert mit 100000 Euro. Zwei dicke Bündel, die tief in ihren Rucksäcken verborgen lagen. Die alte Frau hatte sie ihnen geben. Nicht aus Herzensgüte, da war er sich sicher. Niemand verschenkt 200000 ohne Hintergedanken. Sie sollten den Mistkerl umbringen, der ihre Enkeltochter ermordet hatte. Qualvoll. Für Alex war dies kein Problem. Er hatte bereits zuvor getötet. In Afghanistan und später in Deutschland.

Der Schuldige war schnell gefunden. Viktor hatte Reichs Namen ausgespuckt. Alex hätte ihn am liebsten gleich umgebracht. Er hatte keinerlei Mitleid mit den Kinderschändern. Auch Kim hatte ohne Zögern zugestimmt, doch sie hatte erst einmal noch etwas recherchiert, ob Friedrich Reich wirklich der Gesuchte war. "Wenn wir einen Fehler machen, sind wir auch nicht besser", hat sie ihm erklärt, kurz, nachdem sie aus dem Krankenhaus zu ihm geflohen war.

Doch, sie waren besser. Anders als in Afghanistan, wo er als Soldat anonym getötet hatte, war es hier etwas Persönliches. Shiva war nicht nur ein Mitglied von Kims Skatergang. Sie war später auch bei seiner. Er war ebenso für sie verantwortlich, wie Kim es war. Hätte er früher besser auf sie aufgepasst, wäre sie nie in die Hände jenes Schweins geraten. Er empfand keine Schuldgefühle, die Männer getötet zu haben. Weder bei Victor, noch bei den Beiden in der Villa, noch bei Reich, der Shiva ermordet hatte.

Alex empfand einfach keine Schuld, im Gegenteil. Ihm ging es gut. Seit sie Deutschland verlassen hatten, hatte er keinen einzigen Alptraum mehr gehabt. Vielleicht lag dies auch an Kims Nähe. Die schwangere Frau besaß eine eigenartige Aura. Jetzt, da sie ihm so nah war, schien sich diese Ausstrahlung auf ihn zu übertragen. Zum ersten Mal seit langer Zeit empfand er das Gefühl von Zufriedenheit. Ein Gefühl, welches sich auf seltsame Weise mit ihrer Anwesenheit vereinte.

"Worauf wartest du?", fragte Kim und riss ihn damit aus seinen Gedanken.

"Wie?", fragte er verwirrt, während sie sich auf dem Doppelbett rekelte. Um sich zu tarnen, gaben sie sich als Paar aus. Ein Doppelbett war damit die logische Zimmerwahl. Trotzdem hatte es in den vergangenen Wochen kaum nähe zwischen den Beiden gegeben. Alex fragte sich, ob sie sauer auf ihn war oder ob sie einfach nur kein Interesse an ihm hatte. Letzteres wäre für den athletischen jungen Mann vermutlich viel schwerer zu verkraften. Er war es gewohnt, dass die Frauen ihn begehrten. Kim jedoch war da etwas ganz anderes.

***

Kim lächelte verlegen, als sich der nackte Mann zu ihr ins Bett legte. Sein Körper war ihr nicht unvertraut und doch war es diesmal etwas anderes. Zum ersten Mal seit ihrer Flucht aus dem Krankenhaus konnte sich die junge Frau etwas entspannen. Und zum ersten Mal seit sehr langer Zeit fühlte sie sich dabei nicht alleine. Es war seltsam, Alex nun in ihr Bett einzuladen, auch wenn zwischen ihnen immer noch vieles stand.

Das Kind in ihr war von ihm, daran gab es keinen Zweifel. Ihre frühere Rivalität war durch die Ereignisse der letzten Wochen hinfällig geworden. Sie hatten beide die Stadt verlassen, wo dieser Konflikt von Bedeutung gewesen war. Sie hatten das Land verlassen und Shivas Tod gerächt. Die Rache hatte sich seltsam gut angefühlt. Der Tod von Shivas Mördern, von Ace dem Zuhälter und seinem Handlanger, war für Kim auch eine Art Befreiungsschlag gewesen. Alex hatte ihr geholfen sich von den Dämonen ihrer Vergangenheit zu lösen, die sich mit Shivas und Olivias Schicksal erneut in ihr Leben gedrängt hatten. Noch immer konnte sie nicht darüber reden, aber tief in ihrem Inneren fühlte sie eine neu gewonnene Freiheit. Eine Freiheit die sie nicht zuletzt auch Alex zu verdanken hatte.

Sie hatten in kurzer Zeit mehr zusammen erlebt, als manche Ehepaare in ihrem ganzen Leben. Aber waren sie wirklich ein Paar, oder ließ sie Alex nur zu sich kommen, weil es sich so gehörte? Nein, sie wollte ihn bei sich haben. Warum, da war sie sich nicht sicher. Seine direkte Art gefiel ihr, auch wenn sie ihn lange Zeit dafür gehasst hatte. Es war ein innerer Kampf, der in ihr schon einige Nächte tobte, seit sie gemeinsam jede Nacht nebeneinander schliefen. Ein Kampf mit sich selbst, bei dem sie gerade verlor und zugleich gewann.

Der durchtrainierte Körper des Exsoldaten legte sich neben sie. Sie fühlte seine Hand auf ihrem Schenkel, der noch immer die frische Narbe der Schussverletzung trug. Er streichelte sie sanft von ihrem Knie hinauf bis zu ihrer Scham, ohne dort zu verharren. Stattdessen bewegte er sich hinauf bis zu ihrem Bauch und streichelte auch diese feste Wölbung, in der neues Leben heranwuchs. Sie blickte zu ihm. Ihre grünen Augen verloren sich in seinem dominanten Lächeln, als er sie neben ihr auf seinen anderen Arm stützte. Es dauerte einen Moment, bis sie sich zur Ordnung rief und seinem Blick auswich. Sie wollte Sex, keine Liebe, rief sie sich in Erinnerung. Sex war Entspannung, und ein Mittel der Macht. Jetzt, da sie in Sicherheit waren, wollte sie dieses Mittel wie so oft nutzen, um die Kontrolle zu erlangen. Doch irgendwie lief es nicht so toll mit der Kontrolle.

Willig öffneten sich die Schenkel des Mädchens, als seine Hand wieder hinabwanderte und ihre empfindsame Haut verwöhnte. Er ließ sich Zeit. Behutsam glitten die Fingerkuppen über ihren Slip und ertasteten die feuchte Vulva, die sich darunter befand. Anders als erwartet, war er sanft, liebevoll. Anders als damals im Park, wo er sie einfach genommen und dann weggeschmissen hatte, tat er nun alles um sie zu verführen. Mit Erfolg. Erste Spuren ihrer Erregung zeichneten sich auf ihrem Slip ab und offenbarten ihm, dass er sich auf dem richtigen Weg befand.

Kim hingegen fühlte sich hin und her gerissen. Sie sollte Alex verführen und sich nicht von ihm verführen lassen. Ihr Körper jedoch sah das anders. Er verhielt sich seltsam träge und zugleich willig. Ein Finger drückte sich gegen ihre verborgene Öffnung und wanderte dann durch ihre Furt hinauf bis zu ihrer Perle, wobei sich eine Woge der Lust in ihr ausbreitete, wie sie diese schon lange nicht mehr erlebt hatte. Ein unbeholfenes Stöhnen überkam sie.

Plötzlich war er ihr ganz nahe. Alex Körper schmiegte sich an sie. Er duftete noch nach dem Duschgel und seine Haut war aufgeheizt und feucht. Sein Arm legte sich unter ihren Kopf und griff nach dem ihren. Binnen eines Augenblicks war sie seltsam hilflos in seinen Armen gefangen. Normal hätte sie keinen Gefallen daran gefunden. Sie liebte es, die Kontrolle zu haben, frei zu sein. Jetzt aber war alles anders. Seine Hand ergriff die ihre und hielt sie, während die Finger der anderen ihren Slip zur Seite drückten. Sein heißer Atem streifte ihre Wange. Sie hielt sich an ihm fest.

Kurz schloss sie die Augen, als er in ihr feuchtes Reich eintauchte, welches durch die Schwangerschaft besonders sensibel war. Er drückte in sie hinein, befühlte ihre Grotte und erfüllte Kim mit einer elektrisierenden Woge der Lust. In seinen Armen fühlte es sich so seltsam gut an. Auch wenn sie schon viele Liebhaber gehabt hatte, war dieser Moment doch etwas Neues für sie. Es war kein Quickie mit jemandem, dem sie einen Gefallen schuldete. Kein rascher Flirt, von dem sie sich nach wenigen Tagen wieder trennen würde. Alex und Kim hatten eine gemeinsame Vergangenheit voller Streit und Rivalität. Schmerz und Gewalt waren den Beiden nicht fremd. Die gefühlvolle Sinnlichkeit, mit der er sie nun berührte, überraschte sie. Es gefiel ihr und sie öffnete ihre Schenkel nun noch weiter.

Alex nahm einen zweiten Finger zur Hilfe, als er sich über sie beugte und sie auf die Wange küsste. Seine Lippen auf ihrer Haut zu spüren, fühlte sich so unendlich gut an. Es war nicht ein fordernder Kuss und auch nicht das schwächliche Herantasten eines unerfahren Jungen. Es war der Kuss eines Mannes, der sich nahm, was er wollte und dabei genau erspürte, was auch sie begehrte. Seine Finger weiteten die bereits vor Nässe triefende Grotte. Er konnte ihr Verlangen spüren, wie sie sich ihm entgegendrückte. Er begann nun, ihr Gesicht mit weiteren Küssen zu erforschen, ohne dabei ihre Lippen zu berühren. Sie hatte die Augen geschlossen und so wirkte sie wie in Trance. Die Bewegungen seiner Hand in ihr erfüllten sie mit Wolllust und entlockten ihren zusammengepressten Lippen leise Laute.

Kim stöhnte nicht laut, doch es war ein harmonischer Gleichklang, der sie auf ihrer sinnlichen Reise begleitete. Mit berauschender Gleichmäßigkeit drangen seine Finger nun in ihre Spalte ein. Ihr gewölbter Bauch hob und senkte sich bei jedem dieser Stöße. Es war wunderbar auf diese Art und Weise ausgefüllt zu sein. Seine zarten Küsse wirkten wie ein wärmender Sommerwind, der ihre Haut berührte, während seine kräftige Hand sich mit ihrer vereinte, sie in diesem Rausch festhielt und einen sicheren Ort anbot.

Zeit war zu etwas Surrealem verkommen, welche ungreifbar verflog, während sie so eng umschlungen ihre Lust genossen. Kims freie Hand streichelte nun das Geschlecht des Mannes, dessen Kind sie im Bauch trug. Sie spürte die Härte zwischen ihren Fingern, ertastete die Länge, die sie bereits vor einigen Monaten mit ihrem Körper aufgenommen hatte, so als wäre es das erste Mal. Langsam erwachte auch sie zum Leben, wollte aktiv teilhaben, an dem Geschehen. Nun, da sie seine Männlichkeit in ihrer Hand hielt, änderte sich die Melodie der Lust. Aus dem monotonen Stöhnen wurde ein Duett. Gemeinsam versunken in den tiefen ihrer Lust.

Leidenschaftlich gaben sie sich der gegenseitigen Berührung hin, doch dann, als Kim spürte, wie der Höhepunkt sie beide bald übermannen würde, löste sie sich plötzlich von ihrem überraschten Liebhaber. Sie schlich sich nicht davon, sondern rollte sich auf ihn, kniete sich über sein Becken und lächelte ihn lüstern an, während sie sich ihren BH abstreifte. Sein Blick verfing sich in ihren lustglänzenden Augen und seine Hände griffen verstehend nach ihr. Er massierte ihre etwas gewachsenen Brüste und streichelte über ihren gerundeten Leib.

Sie stützte ihre Hände auf seinen Schenkeln ab und drückte ihm ihren Oberkörper entgegen. Genießend rieb sie ihre tropfende Scham an seinem harten Glied, hielt den Pegel der Lust, der sie beide umfangen hatte fest, bis sie sich schließlich wieder nach vorne beugte. Sie hob ihren Unterleib an, griff an ihrem zur Seite geschobenen Slip vorbei an ihre prallen Schamlippen, weitete sie und setzte zugleich die Spitze seines Gliedes an ihre Grotte. Nun fand er Einlass in ihr intimstes Reich.

Alex, der bis dahin schon viele Frauen gehabt hatte, keuchte laut auf. Es war ein überwältigendes Gefühl in das warme, feuchte Gebiet jener jungen Frau vorzustoßen, die sich ihm mit solcher Leidenschaft öffnete. Er spürte das Gewicht, mit dem sie sich auf seine Lanze niederließ. Sie presst sich an ihn, nur um danach wieder in die Höhe zu gleiten. Sie legte ihre Hände auf seine muskulöse Brust und krallte sich an ihm fest.

Aus dem anfänglichen, zärtlichen Liebesspiel war nun ein wilder Kampf geworden. Die hübsche Amazone pfähle sich auf seinem steifen Speer, ritt ihn wie einen wilden Hengst. Kratzspuren wie die einer Löwin zeigten sich auf seiner Haut und auch er griff nun fester zu. Alex zerrte an ihren harten Nippeln, verdrehte diese und drückte zu. Er zog sie zu sich herunter, während sein Becken sich ihrer Grotte entgegenstemmte. Ihre Lippen trafen sich zu einem leidenschaftlichen Kuss. Keine Scheu, keine Rücksicht, nur noch die ekstatische Gier der beiden Körper zählte, während sich ihre Zungen immer wieder zu einem wilden Spiel trafen, nur um sich kurz darauf atemlos zu trennen. Speichelfäden verbanden ihre Lippen. Kims Saft tropfte wie aus einer frisch angezapften Quelle aus ihrer Spalte heraus und floss an seinen Schenkeln hinab auf das Laken. Schweißperlen benässten ihre Körper und tauchten sie in einen fiebrigen Glanz.

Einem aufbrausenden Orkan gleich vereinte sich das Keuchen und Stöhnen mit dem schmatzenden Geräusch von feuchtem Fleisch, welches aneinander rieb. Immer schneller, immer lauter wurde jener Sturm hemmungsloser Lust, bis sie sich gemeinsam in einem Urschrei vereinten, der durch das ganze Hotel hallte. Kim riss sich von ihm los und fühlte zugleich, wie der heiße Saft seiner Lenden in ihren bereits geschwängerten Bauch schoss. Das Blut schoss ihr in den Kopf, während ihre Scheide sein Glied fest umschloss, um ihn bis zum letzten Tropfen auszumelken. Sterne funkelten vor ihren Augen und für einen Moment glaubte sie in Ohnmacht zufallen. Sie fiel, doch als sie fiel, landete sie in Alex kräftigen Armen.

Sein Glied zuckte immer noch in ihr. Er hielt sie fest an sich gedrückt. Seine Augen fixierten die ihren, auch wenn Kim in diesem Moment das Antlitz des Mannes nur verschwommen wahrnahm. Ihr Herz raste und sie fühlte die Menge des aufgestauten Samens, der sich in sie ergossen hatte. Hektisch nach Luft ringend legte sie ihren Kopf auf seine Brust. Sie fühlte seine Nähe, während er zärtlich über ihren Rücken streichelte.

Kim schloss die Augen und gab sich ganz dem Augenblick hin. Einem Augenblick, in dem alles gut zu sein schien. Langsam beruhigte sich ihr Pulsschlag, während sie dem fremden Herzen zuhörte, welchem sie nun so nahe war. Sie schmiegte sich unbewusst an ihn. Aus der Raubkatze war nun wieder ein kleines Kätzchen geworden, welches sich den zarten Streicheleinheiten hingab, mit denen er ihren Po und ihren Rücken verwöhnte. Sie war froh, dass Alex darauf verzichtete etwas zu sagen. Jedes Wort hätte diesen Moment zerstört. Einen Moment der Ruhe in einem Ozean des Chaos. Sie wusste nicht, was das Morgen bringen würde. Sie ahnte nicht, wie weit die Veränderungen gehen würden. In diesem Moment war sie einfach nur glücklich.

***

Minuten vergingen, in denen sie einfach nur so dalagen. Dann legte Alex Kim neben sich ab und deckte sie beide mit einer großen, dünnen Decke zu, als die Hitze der Lust langsam aus ihren Körpern entwichen war. Er löschte das Licht und schmiegte sich an Kim. Ihr Körper wirkte so stark und doch so zerbrechlich in seinen Armen. Er streichelte ihr durchs feuchte Haar und küsste ihre Stirn. Er fühlte, wie sich ihr Körper immer mehr entspannte und sie langsam ins Traumreich hinfort dämmerte.

Lange lag er neben ihr wach. Er dachte an das was war, an das was ist, an das was sein könnte. Er dachte an die Gefühle, die er für dieses Mädchen empfand, für das er getötet hatte. Er dachte an das Kind in ihr und streichelte dabei über ihren gewölbten Bauch. Er wusste nicht, ob er sie wirklich liebte, denn er wusste noch nicht, was Liebe ist. Er wusste nur, dass er sie beschützen wollte, sie beide, Mutter und Kind. Als er schließlich die Augen schloss, fiel auch er in einen zufriedenen, tiefen Schlaf.

Donnerstag, 7. Juni 2012

Die Skaterin Teil 4 d


Die Geschichte der Skaterin geht natürlich weiter. Damit ihr nicht solange warten müsste, hier der nächste Teil.
PS: Eure Kommentare  motivieren ;)

Teil 4 a
Teil 4 b
Teil 4 c


Die Skaterin Teil 4 d



Blaulicht erhellte den Nachthimmel und fing sich in den hohen Bäumen, die die Villa umgaben. Krankenwagen und Polizeiautos standen in einer chaotischen Anordnung auf dem Parkplatz. In dem Chaos von Scheinwerfern und der Einsatzkräfte fiel Kommissar Wilhelms nicht weiter auf, als er in einem Bus die Aussage einer Nutte aufnahm. Sie war fast noch ein Kind und zitterte am ganzen Körper. Er vermutete, dass ihr Stoff langsam nachließ, denn die Einstiche an ihren Armbeugen sprach eine eindeutige Sprache.

Sandy war in eine Decke gehüllt, die ihr jedoch nur unzureichend Wärme schenkte. Unter der Decke trug sie nur ein paar Stofffetzen, die man wohl als Arbeitskleidung verstehen konnte. Wilhelms nahm an, dass sie noch nicht lange bei Ace gearbeitet hatte, denn ihr Körper war von dem Drogenmissbrauch kaum entstellt. Sie war noch ein halbes Kind, auch wenn ihr Ausweis sie als fast neunzehn auswies.

Dieses kranke Schwein ließ kannte wirklich keine Skrupel. Der Kommissar hörte sich das zusammenhanglose Gebrabbel des drogensüchtigen Mädchens an, ohne sich wie gewöhnlich Notizen zu machen, sodass nur das Tonband ihre Aussage festhielt. In Gedanken war er noch im Keller jenes düsteren Ortes, denn das Gesehene erschütterte selbst diesen erfahrenen Beamten. Kurz nach dem Eingang des Notrufs war er mit dem SEK losgefahren. Was sie vorgefunden hatten, war kein Tatort sondern ein Schlachtfeld.

Der alte Nazibunker war mit Blut getränkt. Zwei Tote, zwei Schwerverletzte und eine davon noch dazu ein vierzehn Jahre altes Mädchen. Die beiden Toten sahen so aus, als hätte man sie mit großer Lust getötet. Von dem Täter jedoch fehlte jede Spur, auch wenn sie im Büro des Zuhälters einen Computer fanden, der Hinweise auf ein weiteres totes Mädchen gab. Vermutlich hatte es derselbe Mann geschrieben, kurz, nachdem er aus dem Büro den Notruf gewählt hatte. Vielleicht konnte die Spurensicherung auf der Computertastatur Hinweise finden, die zu dem Autor jenes ominösen Schreibens führte, worin die Lage eines vermissten Mädchens beschrieben wurde.

Wilhelms wusste jedoch nicht, ob er ihn wirklich finden wollte. Wer auch immer Ace und seinen Handlanger hingerichtet hatte, hatte dabei der Welt einen Gefallen getan. Dieser Abschaum verdiente in den Augen des Polizeibeamten nichts besseres, auch wenn er diese Meinung nie nach außen hin vertreten durfte. Zwangsprostitution von Kindern war in seinen Augen das schlimmste aller Verbrechen. Er wusste nicht, ob er einen Mörder oder einen Helden suchte. Vermutlich beides.

Er brach die Befragung der Nutte ab und verließ den Bus, als die Sanitäter eine Trage aus dem Haus herausbrachten. Es war eines der Mädchen, die sie im Keller blutüberströmt und unter Schock vorgefunden hatten. Die andere war bereits mit dem Hubschrauber in die Klinik geflogen worden, während die Sanitäter und Ärzte die Kleine Vorort versorgt hatten. Das Blut, welches sie bedeckt hatte, war offenbar nicht ihr eigenes und so waren es mehr die seelischen Wunden, die es zu behandeln gab. Er wusste nicht, wann man sie befragen konnte, auch wenn sie eine wichtige Zeugin war. Der Mensch siegte über den Ermittler und so stellte er ihr keine Fragen, sondern eskortierte sie zusammen mit den anderen zu einem Rettungswagen, der danach unter Polizeischutz losfuhr.

**

Abgeschottet von der Polizei lag Kim mehrere Tage alleine in einem Zimmer im Krankenhaus. Die Ärzte hatten ihre Wunden versorgt und so wie es aussah, würde sie auch das Kind behalten. Nur am Rande bekam sie den Tumult mit, der sich der ganzen Affäre entwickelt hatte.

Olivias Rettung war das große Thema in den Medien und auch das Massaker in der alten Nazivilla wurde thematisiert. Die Presse fand heraus, dass dieses Anwesen, welches einst einem NSDAP Bonzen gehört hatte und von der Gestapo genutzt worden war, in den späten 40er und 50er Jahren auch der CIA als Sitz diente. Rasch wurden Namen wie das Höllenloch bekannt. Immer neue Details wurden gefunden und erfunden, bis es irgendwann einmal niemanden mehr interessierte.

Von Silvia Prinker wurde nur am Rande berichtet. Auch sie war ein Opfer jenes Hauses, doch niemand schien sich wirklich für das Straßenmädchen zu interessieren, die Tage später in einem Wald verscharrt aufgefunden wurde. Kim jedoch fühlte den Schmerz tief in ihrer Brust. Der pulsierende Schmerz in ihrem Bein war plötzlich allgegenwärtig, während sie hilflos mit einem Gefühl des Versagens konfrontiert wurde. Sie dachte an Shivas Großmutter und all die Mühen, die sie auf sich genommen hatte, um das Mädchen zu retten, das zu dem Zeitpunkt bereits ermordet worden war. Warum hatte sie das Mädchen nicht viel früher unter ihre Fittiche genommen? Es hatte etwas von Schuld an sich, auch wenn sie selbst Shiva niemals etwas angetan hatte.

Ansonsten ging es Kim im Krankenhaus nicht schlecht. Mehrfach hatte sie Besuch von Prominenten, die sie nicht kannte. Blumen schmückten ihr Zimmer und sogar der Innenminister und sein Staatssekretär kamen zu Besuch. Sie wurde gelöchert und sollte Fragen nach ihrer Verschleppung und ihren Kidnappern beantworten. Die Polizei interessierte sich besonders für den ominösen Täter, der Ace und Igor erschossen hatte. Offenbar hatte dieser Kerl, von dem es keine anderen Indizien gab ein ganzes Magazin in die Körper seiner kriminellen Opfer gefeuert, bevor er ihnen den Gnadenschuss gab.

Da Olivia offenbar das Bewusstsein verloren hatte, als Ace sein Blut über ihren Körper verspritzt hatte, war Kim die einzige verbliebene Zeugin. Kommissar Wilhelms befragte sie oft, wobei er recht freundlich war. Kim war für viele schließlich eine Heldin. Es war ein gutes Gefühl, auch wenn Polizei und Reporter nun begannen, in ihrer Vergangenheit zu stöbern. Man wollte wissen, wer sie war. Man wollte wissen, wieso sie nach Shiva gesucht hatte und wie sie in die Hände des Zuhälters gefallen war. Die Skaterszene in der Stadt wurde befragt und Freunde interviewt. Da sie sich weigerte einen Nachnamen zu nennen, blieb die Frage nach ihrer Herkunft jedoch offen. Genau wie die Frage nach dem Täter oder nach ihrer Beziehung zu Shiva.

Während sie sich anfangs noch mit tatsächlicher und vorgetäuschter Erschöpfung aus der Affäre ziehen konnte, wurden die Fragen bald immer eindringlicher. Beamte von anderen Dienststellen waren weit weniger sensibel als Wilhelms, der wohl mehr Interesse an den Hintermännern und Kunden von Holger Krauwall, wie Ace mit bürgerlichem Namen hieß, hatte, als an seinem Mörder. Ganz im Gegenteil zum Innenministerium, welches die Ermittlungen vor allem in diese Richtungen forciert sehen wollte. Gerüchte kamen auf, dass Ace in Wirklichkeit nur ein Bauernopfer war und auch Kims Rolle wurde mehr und mehr infrage gestellt.

So war sie froh, als Olivia zusammen mit ihren Eltern zu Besuch kam. Für die beiden Schicksalsgefährtinnen war es ein Moment des Glücks. Keine Fragen, nur das Gefühl überlebt zu haben. Für Olivias Eltern war Kim eine Heldin und dank ihnen war dies auch das Bild in der Presse, während die Polizei in ihr eine Verdächtige sah. Sie erfuhr nun auch mehr über Olivia. Man hatte das Mädchen nach der Schule entführt und über eine gefälschte Facebook Nachricht die Polizei und ihre Eltern glauben gemacht, dass sie von Zuhause fortgelaufen sei.

Olivia verbrachte fast einen ganzen Tag bei Kim im Krankenhaus. Sie hatte sich ausreichend von ihrer Schusswunde erholt, um mit ihrer neuen Freundin durch das Krankenhaus gehen zu können. Gemeinsam tranken sie eine Cola und schwatzten über belangloses Zeug. Über das Geschehende unterhielten sie sich jedoch nicht. Es war wie ein stiller Pakt des Schweigens, der unausgesprochen zwischen ihnen lag. Ein Pakt, der kein Siegel und keinen Schwur brauchte. Sie wussten einfach, dass sie darüber nicht weiter sprechen mussten. Sie wussten, dass das Geschehene für immer ihre Leben verändern würde.

Als die Krankenschwester ein paar Tage später in Kims Zimmer kam, war diese verschwunden. Sofort wurde eine Suche nach dem blonden Mädchen eingeleitet. Eine Spur führte nach Polen und in die Ukraine. Kim hatte dort angeblich Verwandte. Noch einmal kochten die Medien Kims Verschwinden auf. Noch einmal zeigten sich alle besorgt und verstört. Dann nahm das Interesse jedoch rasch ab und die Skaterin wurde vergessen.

***

Wilhelms schloss die dicke Akte mit einem Seufzen. Es fühlte sich nicht richtig an, aber mit seiner Beförderung und Versetzung würde er sich nicht mehr weiter um den Fall kümmern können. Beförderungen hatten etwas Seltsames an sich. Man hofft auf sie, doch wenn sie kommen, scheinen sie einem auch nicht willkommen.

Er legte die Akte weg. Es war nicht mehr sein Fall. Gestern hatte er persönlich eine Belobigung durch den Innenminister erhalten, auch wenn er eigentlich nicht viel aufklären konnte. Von dem unbekannten Täter, von Kim aber auch von Aces weiterem Handlanger Victor fehlte jede Spur. Es war fast so, als hätte der Himmel sie verschluckt. Keiner der durch die Spuren ermittelten Gäste der Schreckensvilla war zur Verantwortung gezogen worden, da man ihnen den einzelnen Missbrauch nicht nachweisen konnte. Viele der Spuren waren immer noch unbekannt, da Vergleichsproben fehlten.

Der Fall rund um das Skatermädchen blieb mysteriös. Immer wieder überlegte der Kommissar, noch einmal in die Akten zu blicken, während er seinen Schreibtisch aufräumte. Sein neuer Job würde ihn weit weg von der Ermittlertätigkeit in ein Büro der Hauptstadt führen. Ein wichtiger Karriereschritt, der mit einer wesentlich besseren Bezahlung und geregelten Arbeitszeiten verbunden war. Ihn wurmte es ein wenig, dass er den Fall nicht abschließen konnte, aber er wäre ein Idiot, wenn er wegen eines Falls auf die Chance seines Lebens verzichten würde.

Er löschte das Licht und schaltete den Monitor aus. Mit etwas Wehmut hob der den Karton mit seinen persönlichen Sachen auf und verließ sein Büro. Die meisten seiner Kollegen waren schon gegangen und hatten sich bereits zuvor von ihm verabschiedet. Er ging die Treppe hinunter und durch die Vordertür hinaus. Es war schon dunkel und regnete leicht. Noch einmal warf Kommissar Wilhelms einen Blick zurück. Sein Instinkt sagte ihm, dass etwas falsch war. Der Fall der Skaterin war noch nicht zu Ende.


Fortsetzung folgt in Teil 4 e

Sonntag, 3. Juni 2012

Die Skaterin Teil 4 c



Auf vielfachen Wunsch habe ich etwas weitergeschrieben und Teil 4c nun heute im Morgengrauen fertiggestellt. Wenn ich auch an 4 d interesse habt, würde es mich freuen, wenn ihr mich dies in den Kommentaren wissen lässt.

Teil 4 a
Teil 4 b

Die Skaterin Teil 4 c



Das Hundegebell jagte bedrohlich durch die Gänge, während Olivia und Kim einfach nur liefen. Sie hasteten vorbei an alten Naziinsignien, die auch nach fast einem Jahrhundert ihre Schrecken nicht verloren hatten. Sie wussten nicht, wohin sie das in Beton gegossene Labyrinth führte. Sie wussten nicht, wieviele sie verfolgten. Sie spürten nur die Angst, die nun plötzlich von ihnen Besitz ergriffen hatte. Ihre Herzen pulsierten. Schweiß schoss aus ihren Drüsen. Beide wussten, dass es um alles ging. Ihr Leben, ihre Freiheit, einfach alles. Ihre Muskeln schmerzten, ihre Lungen brannten, doch sie ignorierten es.

Kim hielt die Hand des Mädchens fest umschlossen. Sie wollte sie nicht verlieren, sie nicht in den Händen jener perversen Männer zurücklassen. Sie selbst trug auf ihrer entblößten Haut die deutlichen Spuren ihrer Misshandlung, die der Zuhälter Ace und seine Männer ihr zugefügt hatten. Das Blut eines der Männer klebte an ihren Mundwinkeln und verlieh der jungen Frau die Fratze einer Furie. Ihre Angst galt nicht ihrem Körper, nicht dem ungeborenen Leben in ihr. Ihre Angst galt alleine Olivia. Sie wollte das Mädchen retten, auch wenn sie es kaum kannte. Aber in Wirklichkeit war es nicht Olivia, die sie retten wollte. Nein, das Mädchen um dessen Schicksal sie kämpfte, war schon lange Tod. Ein Geist der Vergangenheit, der Kim verfolgte und antrieb.

Sie kamen in einen Gang, aus dem es nur einen einzigen Ausgang zu geben schien. Kim griff nach dem Riegel und mit vereinten Kräften öffneten sie das große Tor, welches zu einem Saal führte, der durch mehrere Lampen in ein surreales Licht getaucht wurde. Das Gekeife des Hundes wurde immer lauter. Bevor sie sich noch in dem, von roten Hakenkreuzen geschmückten, Raum umsehen konnten, versuchten die Mädchen hastig das Tor hinter ihnen wieder zu schließen. Doch zu spät.

Die Bestie sprang durch einen Spalt hindurch, der gerade noch groß genug war für den drahtigen Körper des Deutschen Schäferhunds. Er schnappte nach Olivia, doch verfehlte er das Mädchen im Flug und landete auf dem mit Marmor ausgekleideten Boden. Vor Angst erstarrt drückte sich das Mädchen gegen das halb offene Tor, während der von dem Zuhälter scharf gemachte Hund die Zähne fletschte. Dieses Tier hatte nichts mehr von dem edlen Charakter eines Hundes. Mit Gewalt war dieses Wesen zu einer Waffe geformt worden, die nun bereit war, im Auftrag seines Herrn auf alles und jedes loszugehen.

"Komm, du dumme Töle!" Erst wollte sich die Beste auf Olivia stürzen, doch Kim hatte die Situation begriffen und lief fluchend davon, was die Aufmerksamkeit auf sie lenkte. Der Hund wechselte das Ziel und hastete ihr über den roten Teppich nach. Kim eilte die Stufen hinauf zu einer Art Schrein, über dem die mannsgroße Abbildung eines Reichsadlers zu sehen war, der von mehreren SS-Standarten und großen Hakenkreuzflaggen flankiert wurde. Sie hatte keine Zeit sich über die morbide Symbolik Gedanken zu machen und griff einfach nach einer der Standarten.

Kim riss die, wie einen Speer geformte, Standarte aus der Halterung. Gerade noch rechzeitig richtete sie die versilberte Spitze auf den heranstürmenden Hund, der sie mit seinem furchterregendem Gebiss anstarrte, als wolle er sie bei lebendigem Leib verschlingen. Anstatt sie zu beißen und seine scharfen Zähne in ihr Fleisch zu jagen, schnappte der Schäferhund nun nach der Lanze. Er erwischte die kleine Hakenkreuzflagge und zerfetze sie augenblicklich.

Olivia schrie laut auf, doch Kims Aufmerksamkeit war nur auf die Bestie gerichtet. In einen Kampfrausch verfallen kannte diese nur ein Ziel. Sie wollte sich auf die junge Frau stürzen, so wie man es ihr antrainiert hatte. Die scharfen Zähne gierten nach ihrem Arm und packten zu, während Kim eine Drehung vollführte. Durch diese kratzen seine dolchartigen Zähne jedoch nur über ihre Haut und konnten sich nicht in das darunterliegende Gewebe verbeißen.

Kim keuchte mit schmerzverzerrter Miene auf, während der Hund laut aufheulte, als er gegen die Wand krachte. Sie ignorierte den Schmerz an ihrem Unterarm so gut es ging und richtete die Lanze erneut auf den Schäferhund aus, der sich zu einem neuen Sprung bereit machte. Einen kurzen Moment belauerten sie sich. Blut füllte die Kratzer und tropfte auf den Marmorboden, dann entschied der Bruchteil einer Sekunde. Kim machte einen Ausfallschritt und trieb dem Kampfhund die Metallspitze in die Brust.

"Nein!", schrie eine laute Männerstimme, während die kampftrunkene Bestie winselnd zusammenbrach. "Dafür wirst du bezahlen, Schlampe!" Im selben Moment fiel ein Schuss, und Kim stürzte getroffen zu Boden. Die als Speer missbrauchte Standarte entglitt ihrer Hand.

"Nein!", kreischte Olivia.

Benommen blickte Kim zum Tor, während sie sich die blutige Wunde am Oberschenkel hielt. Das Mädchen eilte zu ihr und kniete sich schützend neben sie. Hinter ihr stand Ace und hielt eine Pistole in der Hand. Fassungslos blickte Kim zu dem Zuhälter. Das Blut quoll zwischen ihren Fingern hindurch. Es war viel Blut, aber seltsamerweise empfand sie in diesem Moment keinen Schmerz. Ihr Körper fühlte sich auf einmal so unnatürlich kraftlos an. Olivia hatte einen Arm um sie gelegt und drückte ihren zarten Mädchenkörper an sie. Sie realisierte es kaum, sie hörte das Winseln des Hundes nicht, der auf dem Boden lag, die Spitze noch immer in seiner Brust.

Mit großen leeren Augen blickte sie hinauf zu dem Mann, der langsam auf sie zu kam. Schritt für Schritt, kam er näher. Sie hörte das Pochen ihres Herzens. Er richtete die Pistole genau zwischen ihre grünen Augen. Sie weigerte sich die Augen zu schließen, weigerte sich den Tod zu akzeptieren, und doch fühlte sie seine Nähe. Es war ein kurzes, schnelles Leben für die Skaterin. "Live fast, die young", war ein geflügelter Spruch. Für sie wurde er nun zur grausamen Realität.

***

"Soll leicht kommst du mir nicht davon, Fotze!", fauchte Igor, der hinter Ace in den alten Nazischrein humpelte. Seine Hose war blutgetränkt und er musste sich auf einen Baseballschläger stützen. "Lass sie uns schön langsam töten, Boss!", forderte der von Kim entstellte Handlanger. "Bitte, Boss. Lass mich mit ihr meinen Spaß haben, nach dem sie mir fast den Schwanz abgebissen hat!"

Ace blickte zu seinem schwer verwundeten Hund und nickte. Der Hund war noch jung, doch er bedeutete ihm viel. Sein Blut floss und tränkte den roten Teppich, mit dem der Zuhälter diesen alten Empfangssaal des Nazibunkers ausgestattet hatte. Ace war zwar kein Nazi, aber er kannte viele wohlhabende Männer, die diese Kulisse für ihre perversen Spielchen liebten und dafür eine Menge Geld zahlten. Nun hatte eine der Requisiten das Schicksal seines geliebten Hundes besiegelt.

"Mach mit ihr, was du willst", meinte er knapp. Das niedergeschossene Mädchen sollte dafür büßen. Er fluchte leise, dass er nicht früher abgedrückt hatte und sich lieber das Schauspiel ansehen wollte, wenn sein Hund das dumme Ding zerfleischt. Nun, Igor würde sie bestimmt büßen lassen. Er griff Olivia fest ins Haar und riss sie von Kim los. Für das kleine Mädchen hatte er noch Verwendung, während die andere nur noch Abfall war, der in seinen Augen entsorgt werden sollte.

"Nein, nein!", brüllte Olivia und wehrte sich überraschend heftig, auch wenn sie natürlich keine Chance gegen den brutalen Griff des Zuhälters hatte. Trotzdem hatte er Mühe, sie zu bändigen. Sein Handlanger indes trat an ihm vorbei und hob seinen Baseballschläger, sodass Kim ihn sehen musste.

"Siehst du diesen Kolben?", meinte Igor, in dessen Augen inzwischen der blanke Wahnsinn lauerte. "Siehst du ihn? Ich werde ihn dir gleich in die Fotze rammen, bis er dir zum Hals raus kommt. Ich werde dich pfählen und ausweiden, während du darum bettelst, dass ich dich töte."

Kim hätte vermutlich Angst zeigen sollen, doch sie war inzwischen zu schwach dafür. Ihr erschöpfter Körper hatte viel Blut verloren, trotzdem kämpfte sie gegen die drohende Ohnmacht an. Sie wollte dem Tod so lange es ging ins Auge sehen. Sie glaubte nicht an ein Leben danach. Sie glaubte nicht an Gott. Sie hoffte nur noch, dass Olivia irgendwie überleben würde. Da erschien das Bild des Kindes, welches in ihr zu leben begonnen hatte und zauberte doch noch eine Träne auf ihr ansonsten bleiches Gesicht.

Igor lächelte mit blutdürstigem Blick. Er wollte sich an ihr rächen und die Träne befeuerte seine Befriedigung. Das Kokain, welches er sich gerade erst reingeschnupft hatte, um den Schmerz zu vergessen, entfaltete seine Wirkung und ließ ihn unter der Hakenkreuzflagge einen Moment der Allmacht erleben. Er beugte sich hinunter zu seinem Opfer und streichelte mit seinen großen, groben Fingern über ihren blutverschmierten Körper. Nur am Rande nahm er den einzelnen Schuss hinter sich war, der Olivias Schrei verstummen ließ.

Nur noch leises Wimmern war zu hören. Kim war kurz zusammengezuckt, als sie den Schuss gehört hatte. Sie ließ ihren Tränen freien Lauf. Nun war alles vorbei. Das Ende.

"Wir beide werden nun noch viel Spaß haben", flüsterte er und streichelte Kim durch ihr blondes Haar und fuhr ihr über die Wange. "

Eine Hand legte sich auf seine Schulter und eine Stimme sagte. "Das glaube ich nicht."

Sonntag, 21. August 2011

Das Zimmermädchen und ihr Killer - Teil 4

Hier ist der 4. und letzte Teil dieser Geschichte. Viel spass beim Lesen. Ich weiß, die Geschichte ist mal ein wenig anders, als die, die ich sonst schreibe. Trotzdem würde es mich freuen zu erfahren, wie sie euch gefallen hat. Also immer brav Kommentieren.

Das Zimmermädchen und ihr Killer - Teil 4


Mehrere Hundert Menschen waren gekommen. Auch der Bürgermeister und der Innenmister waren darunter, was jedoch vermutlich an den baldigen Wahlen lag. Es nieselte leicht, während der Pfarrer seiner Trostworte sprach. Viele der Anwesenden waren mehr aus Neugier, denn aus wirklicher Anteilnahme zu der Beerdigung gekommen, schließlich handelte es sich um einen Mord.

Die Polizei stand noch immer vor einem Rätzel. Keiner konnte die Beweggründe des Profikillers nachvollziehen. Man vermutete zwar, dass das Zimmermädchen vielleicht irgendetwas im Hotel gesehen hatte, und er sie deshalb zum Schweigen bringen wollte, doch niemand konnte sich dieses Blutbad erklären.

"So lasst uns abschied nehmen. Von einem wertvollen Menschen unserer Gemeinde, der in Liebe und Selbstaufopferung sein Leben gab, um seine Familie zu schützen. Lasst ihn uns als Vorbild neben, um im täglichen Kampf unseres Lebens unser bestes zu geben." Die Stimme des Katholischen Geistlichen dröhnte durch einen Lautsprecher, so dass jeder sie hören konnte.

Auch Louis war unter den Trauergästen. Er stand neben der kleinen Lisa, die in ihrem schwarzen Kleidchen so alleine wirkte. Louis legte seine Hand auf ihre Schulter und das Mädchen griff nach ihr. Ihr blondes Haar war durchnässt. Ihre Augen blickten sich verängstigt um. Louis war der Einzige, den sie kannte, und zu dem sie etwas vertrauen hatte. Natürlich waren da noch ein paar andere Angestellte aus dem Hotel, die ebenfalls ganz nett waren, doch für die Kleine war Louis der Einzige, da Mama ihm offenbar vertraut hatte.

Die Presse hatte viel über das tapfere kleine Mädchen berichtet. So waren auch zahlreiche Reporter anwesend, um Bilder von der kleinen Heldin zu machen. Man zeigte die Bilder, in denen sie noch das Blut ihrer Mutter am Kleid trug. Das blonde Mädchen mit ihren tiefblauen Augen hatte bis jetzt schon zahlreiche Titelseiten geziert. Wohl auch aus diesem Grund hatte Louis dafür gesorgt, dass einige Hotelangestellte nun in einem Halbkreis um sie herumstanden. Er wollte die Kleine nicht weiter den Objektiven der Sensationspresse aussetzen.

Zahlreiche Menschen, die Lisa noch nie gesehen hatte, standen nun neben dem geöffneten Grab und hielten Reden. Vertreter von Stadt und Land, die von der allgemeinen Empörung über den feigen, brutalen Mord kündeten. Sie sprachen, von Selbstaufopferung, von einem Beispiel für zukünftige Generationen. Viele sprachen auch Lisa ihr Beileid aus. Doch nichts davon schien das Mädchen wirklich zu berühren. Sie war fast zu einer Säule erstarrt und so wie die Regentropfen an ihrem Gesicht abperlten, passierte es auch mit den Worten großer Männer und Frauen.

Langsam wurde der Sarg in die Erde gelassen und Louis führte das Mädchen hin, um noch einmal abschied zu nehmen. Das Kind wusste, was der Tod bedeutete. Trotzdem zeigte sie keine Zeichen von Trauer. Sie lächelte nicht. Sie blickte einfach starr gerade aus, ohne sich dem Sinn der Zeremonie wirklich bewusst zu sein. Ihre zarte Seele hatte bereits zu oft Streit und Gewalt erlebt, so dass dieser Moment nichts mehr in ihr Auslöste als eine seltsame Gelassenheit. Mit jeder Blume, die in das Grab geworfen wurde, mit jeder Schaufel Erde, die auf den Sarg fiel, wurde auch etwas von dieser Vergangenheit in ihr zugeschüttet.

Nachdem Ende der Beerdigung brachte Louis sie zu seinem Wagen. Er hatte sich in den vergangenen Tagen um die Kleine gekümmert. Da sie keine Verwandten hatte, bei denen sie bleiben konnte, wohnte sie nun in seinem Haus. Sein Vater und seine Stiefmutter schüttelten zwar bei dem Gedanken den Kopf, dass er sich um ein Kind kümmerte, dass nicht das seine war, doch ihm war es gleich.

Ohne ein Wort zu sagen, fuhr Lisa auf dem Rücksitz mit. Es hatte sich nun wie so oft in diesem Sommer richtig eingeregnet. Die Stimmung passte irgendwie zu den Ereignissen der vergangenen Tage. Regen und dunkle Wolken schienen die Welt nicht mehr verlassen zu wollen. Es war nass und kalt. Nichts und niemand schien sich in seiner Haut wohlzufühlen. Doch wenn es eine Konstante im Leben gibt, dann ist es der Wandel. Auf Regen folgt irgendwann Sonne und die Wolken ziehen weiter.

***

An einem Dienstag holt Louis die kleine Lisa von Kindergarten ab. Das Mädchen hatte seit jenen schrecklichen Ereignissen kaum ein Wort gesprochen. Trotzdem lächelte sie jetzt. Die Sonne war zurückgekehrt, als sie ihre Mutter vom Krankenhaus abholten. Sie sah blass aus und trug den linken Arm in einer Schlinge. Trotzdem strahlte das Mädchen überglücklich und lief ihr entgegen.

"Mama, Mama!", schrie sie und fiel ihrer Mutter in den ausgestreckten rechten Arm. Melanie hatte mühe sich auf den Beinen zu halten. Fast drei Wochen hatte sie im Krankenhaus gelegen. Anfangs hatte sie mit dem Tod gerungen, doch mit der Zeit stand fest, dass sie leben würde.

Louis hatte sie fast jeden Tag besucht. Oft hatte er Lisa mitgenommen, trotzdem war es jetzt etwas Besonderes. Freudentränen bildeten sich in den Augen der beiden. Melanie konnte ihr Glück kaum fassen. Sie hatte mit dem Leben abgeschlossen, sie hatte gedacht, dass sie niemals wieder ihre Tochter in die Arme schließen würde. Nun war das Wunder geschehen und konnte nichts anderes als Weinen. Louis stand stumm etwas abseits der Beiden und ließ ihnen die Zeit, die sie füreinander brauchten. Die Freude der beiden steckte auch ihn an. Es tat gut, sie so glücklich zu sehen.

"Danke", war alles, was Melanie zu ihrem Chef sagen konnte, als sie schließlich vor ihn trat. Die Hand ihrer Tochter ruhte in ihrer rechten Hand. "Danke für alles."

"Bitte", meinte er mit einem Lächeln, welches von der Freude der anderen beschwingt war. "Soll ich euch jetzt nach Hause fahren?"

"Das währe wirklich nett, Louis."

Sie gingen zu seinem Wagen und fuhren dann gemeinsam los. Sie waren schon ein paar Minuten unterwegs, als Melanie bemerkte, dass sie nicht zu ihrer Wohnung führen.

"Wo fährst du hin?", fragte sie.

"Die alte Wohnung ist noch immer ein rechtes Schlachtfeld. Ich dachte mir, du möchtest vielleicht mit Lisa bei mir bleiben. Bis du dich ganz erholt hast. Lisa kennt sich da schon aus, oder?"

"Ja", murmelte Lisa, was für das Mädchen schon eine große Leistung war.

Melanie schwieg jetzt. Sie fühlte sich nicht wirklich wohl dabei. Louis war nett zu ihr, aber er schließlich auch ihr Chef und kam aus reichem Hause. Sie hatte sich in der einsamen Zeit im Krankenhaus schon öfters Gedanken darüber gemacht, ob er vielleicht doch mehr Interesse an ihr haben könnte, als er zugab. Sie war sich sogar sicher. Diese Erkenntnis führte in ihr zu widersprüchlichen Gefühlen.

Sie mochte Louis. Sie mochte ihn sogar sehr. Gleichzeitig fühlte sie sich extrem verletzlich. Ihr Mann, auch wenn sie ihn schon lange nicht mehr wirklich geliebt hatte, war erst vor Kurzem gestorben. Sie selbst war von einem Killer niedergeschossen worden und hatte selbst einen Menschen getötet. Jetzt eine Beziehung mit ihrem Chef einzugehen war nicht nur moralisch zweifelhaft. Sie wusste auch nicht, ob sie ihm damit einen Gefallen tat. Sie sollte höflich ablehnen. Melanie tat es nicht.

***

In der Villa war wirklich genug Platz für sie. Die Haushaltshilfe hatte für Melanie bereits eines der Gästezimmer hergerichtet. Für das Zimmermädchen war es ein ungewohntes Gefühl sich nun in ein Bett zu legen, welches sie nicht selbst gemacht hatte. Die Zimmer, die sie und ihre Tochter jetzt bewohnten, wirkten auf sie größer als ihre gesamte Plattenbauwohnung. Mit viel Liebe zum Detail waren sie mit Möbeln, Bildern und Teppichen ausgelegt, wie es nur ein guter Innenausstatter hinbekommt. Vermutlich hatte genau so einer auch diesen Auftrag ausgeführt.

Lisas Zimmer war von dem Mädchen bereits mit Spielsachen vollgestellt. Einige davon kannte Melanie nicht. Louis musste sie ihr gekauft haben. Der Gedanke verstörte sie noch mehr. Sie wollte nicht in seiner Schuld stehen und tat es dennoch. Sie stand schon soweit in seiner Schuld, dass sie es ihm vermutlich nie zurückzahlen konnte. Bis jetzt hatte er es auch nicht von ihr erwartet. Noch nicht.

Nachdem sie Lisa zu Bett gegangen war, saßen sie gemeinsam im großen Wohnzimmer und guckten bis spät in die Nacht einen Film. Während des Streifens war Louis auf der Couch näher an sie herangerückt. Irgendwann hatte sich der Arm des Mannes um ihre Schulter gelegt. Ohne es zu wollen, hatte sie es genossen. Sie hatte sich in seinem Arm geborgen gefühlt, und als der Film zu Ende war, hatte sie es bedauert, dass er die Umarmung löste und den Fernseher ausschalte.

"Ich wusste gar nicht, dass du so viel Freizeit hast, Louis", meinte sie schließlich etwas unbeholfen, um mit ihm ein unverfängliches Gespräch zu beginnen.

"Hab ich auch nicht", erwiderte er mit einem schelmischen Lächeln. "Mein Chef wird mich sicher zwingen, jede Stunde nachzuarbeiten."

"Ich weiß nicht, wie ich dir jemals für alles danken kann, was du für mich getan hast."

"Mach dir darüber keine Gedanken. Ich freu mich, wenn es dir und deiner Tochter gut geht. Das bedeutet mir viel."

Er war wieder zu ihr auf die Couch gekommen und sah sie mit einem freundlichen Lächeln auf den Lippen an. Verlegen erwiderte Melanie seinen Blick. Sie griff sich ins Haar und spielte mit einer Haarsträhne. Das Gespräch entwickelte sich in eine Richtung, die ihren Bauch unbehaglich kribbeln ließ. Sie hatte nicht viel Ahnung mit Flirten. Der einzige Freund, den sie je hatte, war ihr späterer Ehemann und der hatte schon vor Jahren damit aufgehört.

Louis ließ sich neben ihr in die Kissen fallen. Seine Augen hatten etwas Offenes, Freundliches und ihr wurde es ganz schwer ums Herz. Wie konnte sie ihm widerstehen, ohne ihn zu verletzen. So fragte sie zögerlich: "Warum?"

Er wartete etwas mit seiner Antwort und diese Ungewissheit ließ sie erschaudern. "Weil ich dich mag, Melanie. Ich mag dich seit dem Tag, als du mich aus dem Pool gefischt und auf mich aufgepasst hast."

Seine Hand legte sich auf ihren Oberschenkel und ein Schauer lief ihr über den Rücken. Deutlich konnte sie die Berührung durch den Stoff ihres Schlafanzugs fühlen. Sie erzitterte leicht. Das Zimmermädchen blickte ihren Chef verlegen an. Sie wusste, dass es falsch sein mochte seine Gefühle zu erwidern, doch sie tat es. Sie gestand es sich nur noch nicht ein. Sie wollte zurückweichen und er bemerkte es. Seine Hand glitt von ihrem Schenkel und hinterließ eine ungekannte Sehnsucht.

"Verzeih, ich wollte dich nicht bedrängen." Seine Stimme klang nun ebenfalls einwenig unsicher. Der ansonsten so selbstsichere Manager wirkte auf einmal zweifelnd. Nicht an seinen Gefühlen sondern an seiner Stärke. Er hatte sich ihr gegenüber geöffnet und sich dem einfachen Zimmermädchen so ungeschützt ausgeliefert. Gewiss hatte er in der Gesellschaft Wohlstand, Macht und Einfluss. Er musste nicht betteln, um mit einer Frau zu schlafen. Nein, er bettelte auch nicht, um mit Melanie zu schlafen. Sein Herz bat sie um ihre Liebe. Eine Leihgabe, die man nicht so einfach bekommt.

"Ich, nein, ...", stotterte sie. "Es tut mir leid, Louis. Ich bin nur ein wenig Müde und die Schulter tut mir immer noch weh."

Das war nicht einmal gelogen und er konnte es verstehen. So ließ sie ihn alleine zurück und ging in ihr Zimmer. Melanies Gedanken überschlugen sich. Sie hatte die Traurigkeit in seinen Augen gesehen und fühlte sich schuldig. Auch wenn sie ihn nicht offen zurückgewiesen hatte, so hatte er es doch so empfunden.

***

Wenig später lag die junge Frau schlaflos in ihrem Bett. Sie hatte es versaut. Sie hatte den einzigen Mann verletzt, der sich um sie bemüht hatte. Sie wusste, dass sie es nicht wollte, doch sie wusste auch, dass sie es getan hatte.

Der Vollmond schien durch das Fenster und streifte ihr Bett. Es war, als wollte die Sonne der Nacht sie weiter quälen. Sie mit ihrem Licht noch mehr von ihren Schwächen bloßstellen. Sie versuchte an etwas anderes zu denken. Sie dachte an ihren toten Mann, doch schien sie keinen der Gedanken an ihn festhalten zu können. Er hatte das Band zu ihrem Herzen selbst durchschnitten. Sie dachte an den Killer, der sie hatte umbringen wollen.

Die Polizei wusste immer noch nicht, wer er war. Er hatte beim Verlassen des Hotels auch alle Spuren beseitigt. In seinem Besitz befand sich nur ein Schlüssel zu einem Schließfach. Keiner wusste, wo dieses Schließfach war. Die Polizei hatte Melanie deswegen auch befragt. In diesem Fall stimmte ihre Ahnungslosigkeit sogar. Andere Dinge hatte sie bewusst verschwiegen. Zum Beispiel die Sache, wie die Waffe in ihren Besitz kam. Zum Glück hielten es die ihr wohlgesonnenen Beamten es nicht für nötig, bezüglich dieser Erinnerungslücken nachzuhaken.

Langsam döste sie ein, doch kaum hatte sie Augen geschlossen. Sie sah wieder das Gesicht des Killers. Sie erblickte den Mann, der auf sie schoss. Sie sah in seine überraschten Augen, als die Kugel seiner Waffe aus den Händen einer am Boden knienden Frau seinen Körper traf und in seiner Brust zersplitterte. Sie schrie. Sie spürte den stechenden Schmerz in ihrer Schulter, wo die Kugel diese durchschlagen hatte.

Melanie saß aufrecht in ihrem fremden Bett. Sie hatte pulsierende Schmerzen in der Schulter. Ihr Herz pochte kräftig und ihr Atem ging schnell. Sie wischte sich den Schweiß von der Stirn und blickte auf die Leuchtziffern der Uhr neben ihrem Bett. Sie musste fast eine Stunde geschlafen haben. Plötzlich wurde die Tür aufgerissen.

"Melanie? Alles in Ordnung?", fragte ein ehrlich besorgt drein blickender Louis, der in Shorts und T-Shirt im Türrahmen stand.

"Ja? Was?", fragte sie verwirrt.

"Du hast geschrien. Ich dachte, dir wäre etwas passiert." Louis Zimmer befand sich im oberen Stockwerk. Auch sein Atem ging schneller. Er musste gerannt sein.

"Ja, verzeih. Ich wollte dich nicht erschrecken. Ich hatte nur einen Alptraum." Sie wischte sich eine durchnässte Haarstähne aus dem Gesicht.

"Schon ok. Ist ja auch verständlich. Wenn man mich niederschießen würde, hätte ich vermutlich auch welche." Er warf ihr ein Lächeln zu und das Mondlicht spiegelte sich in seinem Gesicht. "Ist jetzt alles in Ordnung?"

"Ja", meinte sie leise, während sie ihn musterte. Sein Haar war leicht zerzaust und er wirkte so, als hätte er wohl auch schon geschlafen. Sie lächelte verlegen.

"Gut, wenn etwas ist, ruf mich. Neben dem Bett liegt ein Telefon. Meine Kurzwahlnummer ist die 3."

"Ok", hauchte sie leise.

Er wandte sich ab und wollte gerade die Tür hinter sich schließen, als Melanie plötzlich das Wort an ihn richtete: "Louis?"

"Ja?", er drehte sich wieder zu ihr um. Die junge Frau schlug die Decke zur Seite und blickte ihn an, ohne ein weiteres Wort zu sagen.

Er lächelte und kam zu ihr. Behutsam, um nicht ihre bandagierte Schulter zu berühren, legte er sich neben sie. Sie legte sich in seinen Arm und schloss die Augen. Louis lächelte glücklich und legte die andere Hand auf ihren flachen Bauch.

Melanie genoss dieses Gefühl, einfach so in seinem Arm zu liegen. Es war eine unbeschreiblich intime Nähe, die sie schon so lange nicht mehr erleben durfte. Ihr Atem und ihr Herzschlag verlangsamten sich und sie nahm seinen Duft war. Der Duft seines Duschgels hatte sich mit seinem natürlichen Körpergeruch zu einer neuen Einheit verbunden. Und es roch gut - er roch gut.

Seine Hand streichelte sie liebevoll über ihren Bauch. Langsam, fast unmerklich und doch nicht ohne Wirkung. Sie entspannte sich, ließ sich in seine Berührung fallen. Minuten verstrichen. Sie wusste nicht einmal mehr genau, wieso sie ihn zu sich ins Bett eingeladen hatte. Wollte sie nicht allein sein, wollte sie ihn belohnen, oder wollte sie etwas, dass sie sich bis jetzt noch nicht eingestanden hatte.

Seine Lippen berührten ihre Wange und erneut durch lief sie ein Schauer. Sie fühlte seinen heißen Atem ganz nah. Fühlte seine körperliche Nähe und genoss es. Sie genoss es auch, als seine Hand langsam tiefer wanderte und über die empfindsame Stelle zwischen ihren Schenkeln glitt. Es war ein Kribbeln, welches wärmend durch ihren Körper eilte und jede Zelle zu berühren schien.

Vollkommen entspannt lag sie da und ließ die Zeit verstreichen. Ein leises Stöhnen kam über ihre Lippen, als sich die seinen auf die zarte Haut an ihrem Hals legte und ihn mit liebevollen Küssen bedeckten. Das Reiben zwischen ihren Beinen wurde intensiver und sie öffnete ihm diese einwenig. Es war nicht viel, nur so viel um die ihn intensiver durch ihren Schlafanzug und ihren Slip zu spüren. Es reichte.

Melanies Atem ging nun wieder etwas schneller, tiefer und eindringlicher. Das gedämpfte Pochen in ihrer Schulter ging fast vollständig unter. Seine heißen Küsse wurden immer fordernder, doch war es keine Forderung, die sie nicht all zu gerne erfüllte. Seine Lippen fanden schließlich die ihren. Sie spürte seine Zungenspitze an der ihren. Ja, sie reckte ihm die Zunge entgegen, so wie sie ihm jetzt auch ihr Becken entgegen drückte.

Die Zeit schien bedeutungslos. Das Mondlicht hatte das Zimmer längst verlassen, als Louis seine Finger unter den Stoff von Melanies Nachtgewand gleiten ließ. Er spürte den leicht gelockten Flaum ihrer Schamhaare und kraulte diesen, bevor er mit der Spitze seines Zeigefingers zum ersten Mal ihre Schamlippen spaltete. Er fühlte ihre feuchte Wärme, die sich nur all zu hingebungsvoll nach seiner Berührung gesehnt hatte. So konnte er schnell die Frucht ihrer Lust ertasten und reiben.

Ihr Atem ging immer schneller, passte sich seinem immer schneller werdenden Rhythmus an. Die tiefen, schweren Atemstöße wurden zu einem hektischen Stöhnen, als sein Finger in ihre vor nässe triefende Grotte eindrang. Lustvoll drückte sie ihm ihr Becken entgegen. Sie genoss es, wollte es, wollte nichts anderes, als von ihm auf diese Weise berührt und liebkost zu werden.

Die Zungenspitzen der beiden Liebenden verschmolzen zu einer Einheit, während sein Finger immer wieder tief in sie hinein und wieder hinausglitt. Sie erbebte vor Wollust, konnte an nichts mehr denken, wollte an nichts mehr denken, nur noch an das unendliche Glück, welches sie in diesem Moment empfand.

Ihr Höhepunkt war mit nichts zu vergleichen, was sie jemals zuvor kennenlernen durfte. Es ging dabei nicht mehr nur um Lust. Nein, es ging um Glückseligkeit. Es breitete sich von ihrem Unterleib aus. Ließ zuerst nur ihre Vulva hektisch pulsieren, bis sich dieses unterschwellige Zucken durch ihren ganzen Körper bis zu jeder Fingerspitze ausbreitete. Jede Zelle, an jeder Stelle erlebte dieses Gefühl, welches die junge Frau nicht zu beschreiben wagte. Verzweifelt pressten ihre Lungen stoßweise Schreie aus ihrer Kehle hinaus, die der Welt eine Ahnung von der Intensität dieses Moments geben konnten, doch was er für sie bedeutete, würde auf immer ihr Geheimnis bleiben.

Ihre Zungen hatten sich bereits vor dem Kuss getrennt, während sie noch immer und der der Wucht des gerade erlebten Orgasmus zitterte, blickte Louis, ebenfalls glücklich, auf die im Halbdunklen liegende Frau in seinem Arm. Gerne hätte er sich noch mit ihr vereint, hätte seiner eigenen Erregung in ihrer feuchten Höhle Befriedigung verschafft, doch er hielt sich zurück. Er dachte an die Schulter, die dabei bestimmt schmerzen verursachen würde. So begnügte er sich damit auf ihren Lippen das Glück zu sehen, wie sie neben ihm auf dem Rücken lag und langsam zu einer rundum glücken Ruhe fand. Er würde sie nicht bedrängen, er würde einfach nur für sie da sein und sie lieben. Alles andere würde die Zeit bringen, so wie sie es immer tat.

Eng aneinander geschlungen schliefen sie schließlich gemeinsam ein. Es ist das Ende dieser Geschichte und zugleich der Anfang einer Neuen.

Freitag, 19. August 2011

Das Zimmermädchen und ihr Killer - Teil 3

Das Zimmermädchen und ihr Killer - Teil 3

Die Tür öffnete sich langsam. Wie ein schwarzer Schatten stand er in der Tür. Sein Hut war tief ins Gesicht gezogen. Er trat ein und drückte die Tür hinter sich lautlos ins Schloss. Niemand hatte es zu interessieren, was er hier vorhatte.

Hier wohnte also das Zimmermädchen. Die Diebin, die seine Sachen durchwühlt hatte. Seine Hände waren durch schwarze Lederhandschuhe verborgen. Er griff nach dem Kleid, welches über einen Stuhl gelegt war und führte es an seine Nase. Es war fast so, als wollte er ihren Geruch aufsaugen, so wie es ein Bluthund tat. Er würde sie jagen und er würde sie kriegen. Das war sicher. Nur wenige Menschen konnten einfach so verschwinden. Dieses Mädchen gehörte sicher nicht dazu.

Er wusste nicht, was sie angetrieben hatte, seine Sachen zu durchsuchen. Eigentlich interessierte es ihn auch nicht. Er würde die Sache schnell und sauber beenden. Sein Blick fiel auf einen schwarzen Slip, der sich in einer improvisierten Wäschewanne befand. Im Zwielicht der geschlossenen Vorhänge erkannten seine scharfen Augen die feuchte, milchige Stelle. Er griff danach und schnupperte noch einmal an diesem so intimen Kleidungsstück. Es roch nach weiblichem Saft und nach Sperma. Es war frisch. Er lächelte. Dieses kleine Zimmermädchen war als genau so eine Hure wie alle anderen auch. Nur dass sie auch eine Diebin war und dafür sterben musste.

Er hatte sie überrascht. Sie hatte nicht viel Zeit gehabt, seine Unterlagen zu durchsuchen. Vermutlich konnte sie sich noch keinen Reim daraus machen, was sie wirklich entdeckt hatte. Bald würde die Polizei jedoch Hartmanns Leiche finden. Die Medien würden darüber berichten und spätestens in dem Moment würde der Verdacht in ihr aufkeimen. Sie würde ihr Wissen anderen mitteilen. Damit wurde das Mädchen zu einer Zeugin. Außerdem hatte sie die Pistole mit der Hartmann erschossen wurde. Beides zusammen könnte die Behörden auf seine Spur bringen. Und was noch schlimmer war. Sie könnten damit vielleicht seine Auftraggeber finden.

Er ließ den Slip wieder in die Tonne fallen. Sie war sicher noch nicht lange fort, vor seinem geistigen Auge zog sie sich hier nach der Arbeit um. Wechselte den Slip, in dem das Sperma eines Hotelgastes ruhte. Wollte sie sich wieder mit dem Gast treffen, oder ging sie wo anders hin? Er durchsuchte das Zimmer nach weiteren Hinweisen. Sachte, ohne auffällige Spuren zu hinterlassen.

***

"Ist es nicht schön, das wir wieder eine richtige Familie sind?", fragte Tom, während sie gemeinsam am Esstisch saßen. Melanie hatte gekocht. Spaghetti mit Tomatensoße, mehr gab der Haushalt nach zwei Monaten ihrer Abwesenheit nicht her. Von was hatte sich Tom in der Zwischenzeit ernährt. Vielleicht wollte sie es gar nicht wissen. Tom hatte vor ihrer Hochzeit bei seiner Mutter gelebt. Er war ihr einziges Kind. Sein Vater war an Lungenkrebs gestorben.

"Lisa, was meinst du?", hakte Tom nach, als weder seine Frau noch seine Tochter auf die Frage reagierten.

Lisa war gerade damit beschäftigt, die von ihrer Mutter klein geschnittenen Nudel mit reichlich Hunger in ihren kleinen Mund zu stopfen. Die Soße verteilte sich dabei reichlich um ihren Mund, so dass sie durch aus in einem schlechten Vampirfilm hätte mitspielen können. Nachdem sie fast alles heruntergeschlungen hatte, meinte die Kleine zu ihrer Mutter gewandt: "Wann gehen wir wieder?"

"Wann ihr geht? Gar nicht. Ihr wohnt doch hier!", meinte Tom mit leicht verärgertem Tonfall. Er hasste es, wenn irgendwer die Harmonie in seiner Familie störte. Nur weil sie so klein war, und er sich über die wiedervereinigte Familie freute, machte er seiner Wut nicht weiter Luft.

Nach dem ihre Mutter ihr keine Antwort gab, schwieg auch Lisa. Das kleine Mädchen hatte trotz ihrer Kindheit gelernt zu schweigen, wenn ihr Vater diesen Blick hatte. Sie wollte nicht hier sein, wollte aber auch nicht dass ihr Vater mit ihrer Mutter schrie. So blickte sie stur und ohne Freude auf den Teller und kämpfte mit ihrer Gabel gegen die Reste des Essen, welches für sie keinen Geschmack mehr hatte. Jede einzelne der von ihrer Mutter vorgeschnittenen Nudeln wurde erdolcht.

***

Nach dem schweigsamen Essen machte sich Melanie an den Abwasch. Einen Geschirrspüler hatten sie nicht. Zum einen wegen der Kosten, zum anderen, weil er in der kleinen Küche zu viel Platz wegnehmen würde. Zu ihrer Überraschung hatte es in der Küche nicht das erwartete Chaos gegeben. Tom hatte die Wohnung in einem ordentlichen Zustand gehalten. Nur ein Teller, eine Gabel und ein Messer lagen in der Spüle. Sie wusch alles zusammen ab und ordnete es in die Regale. Alles war so normal, so geordnet. Genau so, wie es in den letzten Jahren immer gewesen war. Trotzdem wusste sie, dass es nicht so weiter gehen konnte. Sie musste eine Entscheidung treffen. Nicht nur für sich, sondern auch für ihre kleine Tochter und ihren Mann. Und genau davor hatte sie Angst. Sie wollte es nicht und musste es doch.

Melanie überlegt, wann sie jetzt mit Tom darüber reden sollte. So konnte es zwischen ihnen einfach nicht mehr weiter gehen. Noch immer war sie entschlossen, sich von ihm Scheiden zu lassen. Es war einfach nur noch nicht der richtige Moment gekommen, das Thema zu erörtern. Inzwischen war es fast Abend geworden und draußen hatte es zu Regnen begonnen. Windböen trieben Tausende Regentropfen gegen die großen Fenster der Plattenbauwohnung.

Tom saß im kleinen Wohnzimmer und las die Bildzeitung. Lisa war in ihrem Zimmer verschwunden und Melanie war froh darüber. Sie hatte ihre Handtasche in der Küche gelassen. Die Waffe da drin hatte sie fast schon verdrängt. Nein, sie gab ihr keine Sicherheit. Sie war eine erwachsene Frau und konnte sich durchsetzen.

"Hallo Schatz. Bist du fertig? Es ist schön, dass wir wieder zusammen sind."

"Deswegen müssen wir reden, Tom", meinte Melanie.

"Jetzt wird alles wieder gut. Ich verzeihe dir auch." Tom griff nach der geöffneten Bierflasche und nahm einen Schluck.

Melanies Hand glitt über die immer noch sichtbare Strieme in ihrem Gesicht, wo Tom sie vor wenigen Stunden mit seinem Gürtel geschlagen hatte. Sie erinnerte sich an den Schmerz. Sie erinnerte sich an all das, was zwischen ihnen vorgefallen war. Erst als ihre Erinnerungen vollständig schienen, setzte sie zu einer Antwort an.

"Aber ich kann es nicht, Tom." Sie sprach mit ruhiger, gefaster Stimme und wischte sich eine Strähne ihres blonden Haars aus dem Gesicht. "Ich kann dir nicht verzeihen, dass du mich geschlagen hast. So geht es nicht mehr weiter. Die Scheidung ist der einzige Weg."

"Was?" Die Bierflasche fiel dem beleibten Mann aus der Hand.

"Das kannst du nicht!"

"Doch, Tom. Die Entscheidung ist spätestens heute gefallen."

Er verstand die Welt nicht. Was wollte Melanie? Sie war doch zu ihm zurückgekommen. Wieso fing sie auf einmal an, etwas von Entscheidung und Scheidung zu reden. Er erhob sich und machte die wenigen Schritte auf sie zu. Er stand vor ihr. Etwas größer und doppelt so schwer baute er sich vor der jungen Frau auf.

"Das kannst du nicht tun, Melanie. Wir sind verheiratet. Ich liebe dich!"

"Liebe? Tom, du hast mich heute verprügelt und vergewaltigt. Das ist keine liebe!", sprach sie etwas lauter ihren Frust aus. Sie versuchte jedoch ihren Ton so leise zu halten, dass Lisa nichts mitbekam.

"Das, das tut mir leid", stammelte er unsicher. "Aber ich musste dich doch zu Vernunft bringen. Ich musste dich wieder für mich gewinnen."

"So geht das aber nicht Tom. Ich kann mit so einem Mann nicht zusammenleben. Und ich will nicht, dass meine Tochter darunter leiden muss."

Plötzlich änderte sich seine Stimmung. Er trat näher an sie heran. Zu nahe. Deutlich konnte sie seine Bierfahne riechen. Er hatte zwar erst zwei Bier getrunken, aber Melanie hatte lange genug von ihm getrennt gelebt, um von dem Geruch angewidert zu sein. Nein, genau diese Art war es, die sie von ihm getrennt hatte. Er legte grob seine Arme um ihre Schultern und schüttelte sie.

"Wer ist es? Mit welchem Kerl betrügst du mich, du verdammte Hure?"

Zum ersten Mal gelang es auch Melanie mit der, in ihrer aufkommenden Wut sich ihrem Mann zu widersetzen. Sie legte ihre Hände auf seine Brust und stieß ihn von sich. Wütend schrie sie ihn an: "Du, du bist es! Du trinkst, du schlägst, du schreist! Du betrügst mich mit dir. Du nennst mich Hure und behauptest du liebst mich!"

Nein, es war nicht das erste Mal. Sie hatte nur verdrängt, wie er darauf reagierte. Sein Schlag traf sie so unvorbereitet wie zielsicher. Ein lauter Knall war zu hören und Melanie stürzte gegen den Kasten. Sie konnte sich gerade noch abfangen, um nicht mit dem Kopf gegen die Ecke des Schrankens zu schlagen. Die Gläser im Schrank wackelten bedrohlich und eines fiel heraus. In Tausend kleine Splitter zerbrach das kleine Gefäß, als es auf den Fliesenboden traf.

Wieder flossen Tränen. Die zierliche Frau drehte sich zu ihrem Mann um. Ihre Backe war knallrot und brannte wie Feuer. Eine einzelne Träne löste sich von ihren Augen und wanderte langsam über ihre Wange, als wollte sie alleine die lodernden Schmerzen löschen. Beide starrten sich vollkommen erschrocken an. Tom spürte das Ziehen an seiner Hand. Er hatte sie mit solcher Kraft geschlagen, dass er seine Hand nun schmerzte.

"Ich liebe dich", waren seine einzigen Worte, während sich Melanie an dem Schrank festkrallte.

Sie schluckte und murmelte nur ein Wort: "Nein."

Und wieder herrschte Schweigen. Mann und Frau standen sich gegenüber, die Splitter ihrer Ehe lagen vor ihnen am Boden. Sie weinte still und ihm ging es auch nicht viel anders. Zum Glück war Lisa in ihrem Zimmer. Melanie hätte nicht gewusst, wie dieser Moment auf ihre Tochter gewirkt hätte. Schon einmal hatte sie mit ansehen müssen, wie ihr Vater ihre Mutter schlug. Sie schluckte eine weitere Träne hinunter und erwiderte Toms Blicke. Fast hilflos sah er sie an. Unsicher. Ihr Instinkt empfand Mitleid, doch ihr Verstand empfand etwas anderes.

Das Klingeln an der Tür durchschnitt die Stille. Tom gewann als Erstes die Fassung zurück. Ohne ein weiteres Wort an Melanie zu richten, wand er sich von ihr ab und ging zur Tür. Seine Miene änderte sich schlagartig. Selbstzweifel wich wieder dem Ärger, nicht nur über seine Frau auch über die Störung. Niemand hatte um diese Uhrzeit bei ihm zu klingeln.

Melanie versuchte sich die Tränen aus dem Gesicht zu wischen. Sie wollte nicht, dass man sie so sah. Die junge Frau hatte weder Eitelkeit noch Stolz, lediglich Scham vor ihrer eigenen Schwäche und Demütigung. Sie wusste nicht, ob sie über den Besuch froh sein sollte, oder nicht. Er konnte kaum die Lösung für ihre Probleme sein. Nur ein Wunder konnte sie retten.

"Guten Abend. Ist Ihre Frau da?", drang leise die Stimme aus dem Gang an ihr Ohr. Wer wollte etwas von ihr?

"Ja. Wer sind Sie? Was wollen Sie von ihr?", fragte Tom mit zorngeladener Stimme.

"Ich muss mit ihr sprechen. Können Sie, sie bitte rufen?" Die Stimme war nur ein Wispern, doch sie ließ Melanie einen Schauer über den Rücken laufen.

"Es ist meine Frau. Niemand spricht ohne meine Erlaubnis mit ihr. Also was wollen Sie von ihr?", kochte Melanies Mann. Tom ließ seinem Ärger nun an dem Fremden Luft. Er wusste nicht wem er gegenüber stand und würde es auch nicht mehr erfahren.

"Was ...", war alles, was er noch über die Lippen brachte. Dann verschlang ein lautes Zischen seine Worte. Melanie hörte noch ein lautes Rumpeln. Noch einmal war dieses Zischen zu hören, das wie ein entfernter Peitschenhieb an ihr Ohr drang.

Sie hatte genug Krimis gesehen, um das Geräusch zu erkennen. Ein schallgedämpfter Schuss. Es musste der unbekannte Mann aus dem Hotel sein, doch wie hatte er sie hier gefunden. Sie stand starr vor Schreck neben der Küchentür und wartete einige Herzschläge lang. Zu lange. Schon war der Fremde in der Tür zum Vorraum zu sehen. In der Hand hielt er eine Pistole mit aufmontiertem Schalldämpfer. Er brauchte nur einen weiteren Herzschlag um sein Ziel zu finden. Doch nun reagierte auch Melanie.

Er schoss erneut. Die Kugel traf die Stelle, wo sich einen Liedschlag zuvor noch Melanies Herz befunden hatte. Nun durchschlug die Kugel mit einem lauten Klirren mehrere Gläser, bevor sie in das Holz der Schrankwand eindrang und von der Mauer gestoppt wurde. Er feuerte ein zweites Mal. Diesmal traf er Melanie am linken Oberarm. Es war nur ein Streifschuss und die Kugel flog weiter in die Küche. Dort zersplitterte sie mit lautem Knall eine Wandfliese.

Melanie bemerkte erst in der Küche, dass sie getroffen war, aber sie hatte keine Zeit darauf zu achten. Hastig griff sie nach ihrer Handtasche auf dem Küchentisch. Sie hörte die Schritte des Mannes auf dem Boden, als er auf die Splitter des Glases trat, welches sie zuvor heruntergeschmissen hatte. Ihre Finger fanden die Pistole und holte sie hervor. Sie fühlte sich schwer an. Ungewohnt. Sie spannte den Hahn. Da hörte sie die Stimme des Mannes: "Sie wollten sich doch von ihrem Mann scheiden lassen. Oder? Nun, ich habe eine gute Nachricht für Sie. Ihr Mann ist tot und jetzt kommen Sie heraus!"

Sie hatte sich neben den Kühlschrank gekauert und richtete die Pistole auf die Küchentür. Sie dachte nicht an Tom. Sie dachte nur an sich. Sie dachte nur an ihre Tochter. Sie musste schießen. Wenn Lisa aus ihrem Zimmer kam, würde er sie bestimmt auch umbringen. Sie schloss die Augen und drückte ab. Nichts passierte. Kein Schluss löste sich. Die Sicherung, schoss es ihr durch den Kopf. Wie dumm sie war. In jedem Film und Buch war dies der Standardfehler und nun machte sie ihn selbst. Sie fand den Schalter und legte ihn um. Jetzt konnte sie schießen.

Der Killer war hinter der Küchentür hervor gekommen und stand nun direkt vor ihr. Seine Waffe zielte auf ihre Brust. Genau, wie die ihre auf seinen Körper zielte. Sie kniete, während er stand. Blut sickerte aus der Wunde, die er ihr bereits geschlagen hatte und tropfte auf den Fliesenboden.

Der Killer lächelte unter seinem Hut. Auch wenn eine Waffe auf ihn gerichtet war, schien er keine Angst zu haben. Er blickte ihr in die Augen und sprach ruhig: "Ah, meine Pistole. Deswegen bin ich hier."

"Wenn Sie schießen, werde ich auch schießen!", zischte Melanie hervor. Was sollte sie ihm sonst auch sagen. Er wirkte unbeeindruckt.

"Dummes Ding. Die Waffe ist nicht mal geladen."

Ihr Herzschlag stockte einen Moment. Konnte es sein. Sie konnte nicht nachschauen und hatte keine Ahnung von Waffen. "Warum schießen Sie dann nicht?", gab sie als Antwort. In dem Moment, wo ihre Worte den Mund verlassen hatten, war sie sich auch schon sicher, etwas Falsches gesagt zu haben. Sie wollte kein Duell. Sie konnte nur verlieren. Die Waffe wurde immer schwerer. Ihr Finger spannte sich am Abzug.

"Erst will ich wissen, mit wem Sie alles über Ihrer Entdeckung geredet haben?" Seine Lippen schienen sich kaum zu bewegen. Der Zigarettenduft erreichte ihre Nase.

"Mit Niemanden", erwiderte sie wahrheitsgemäß.

"Sicher? Wenn doch, werde ich es herausfinden. Und dann wird auch Ihre Tochter sterben. Wollen Sie das?", fragte er sie kühl.

"Nein, nicht. Sie weiß nichts. Tun Sie ihr nichts!", flehte Melanie. Sie wusste, dass sie mit ihrem tot darauf keinen Einfluss hatte. Noch hatte sie eine Chance. Wenn Lisa sich versteckt hielt und nichts mit bekam. Sie erschauderte bei dem Gedanken, dass ihre Tochter ihre Leiche finden würde. Ihr Finger drückte immer stärker gegen den Abzug.

"Wenn Sie mir wirklich die Wahrheit gesagt haben. Dann werde ich es mir überlegen. Ich darf schließlich keine Zeugen hinterlassen, gleich, wie klein sie sind." Melanie schluckte. Ihre verweinten Augen blickten zu dem Killer auf. Vielleicht war heute einfach ein guter Tag zum Sterben.

"Mama?", tönte auf einmal Lisas stimme. Das vier Jahre alte Mädchen stand in der Küchentür, direkt hinter dem Killer. Im selben Moment peitsche ein Schuss durch die Wohnung und verschluckte den Zweiten.

Melanie spürte den Schmerz, als sie getroffen wurde. Sie fühlte die Kugel, die in ihre Brust eindrang und diese durchschlug. Seltsamer weiße hatte sie kaum Schmerzen, sie fühlte nur, wie ihre Kräfte langsam nachließen und die Pistole aus der Hand fiel. Mit jedem Herzschlag sickerte heißes Blut aus ihrem Körper. Mit jedem Atemzug entwich das Leben mehr aus ihr. Sie lächelte, als ihre Tochter an dem toten Mann vorbei lief und sich an ihre Mutter presste. Sie würde in Sicherheit sein. Wenigstens hoffte sie es. Dann schloss sie die Augen.