Verdammte Nacht
Was für ein Tag. Was für eine Nacht. Was für eine Scheiße.
Alles war schief gelaufen. Nina kam weinend nach Hause. Die Arbeit. Ihr Leben.
Alles machte keinen Sinn mehr. Verzweiflung, schwäche verfluchtestes Leben. Sie
wollte nicht mehr.
Es gab eine Antwort. Auf dem Tisch die Tabletten. Worum
lächelte sie das Döschen nur so verführerisch an. Sie wollte es nicht, und doch
ging sie hin. Die verfluchten Tabletten, sie grinsten sie an.
Kaum in der Hand, war die Dose auch schon auf. Zwanzig
Stück, jede sorgte für tiefen Schlaf. Ein Lächeln huschte über ihre Lippen. Keine
Schmerzen. Kein Leiden. Keine bösen Worte und keine Verantwortung mehr. Alles
lag nun in ihrer Hand. Es könnte so einfach sein.
Da klingelte es und die Dose fiel ihr aus den Zitternden
Händen. Die Pillen rollten über den Boden. Heute war einfach nicht ihr Tag.
Sie fluchte noch, als es erneut klingelte. Diesmal lauter.
Um diese Zeit?
Verdammt, was wollte man nur von ihr?
Sie ging zur Tür. Öffnete wie in Trance.
„Nina. Was ist los? Wo warst du?“, kam die besorgt klingende
Stimme.
Es war Max, die beste Freundin. Wieso war sie hier?
Verzweiflung brach durch. Diese verdammten Tränen. Sie
wollte nicht weinen, und tat es doch.
Max hielt sie fest. Gefangen in ihren Armen, ließ sie sich
treiben. Max war für sie da. Wieder einmal. Genau zur richtigen Zeit. Statt
Tabletten war es ein Joint. Max hatte immer Gras dabei. Sie rauchten, musste
nicht reden. So fand sie Frieden. Entspannt auf dem Bett, ganz nah bei
einander.
Max musste nichts wissen. Max war einfach nur da. Genau wie
so oft. Und doch war es anders. Noch immer im Rausch, berührten sie sich. Ein
keuscher Kuss für den Anfang. Und doch wurde es mehr.
Nina hatte es nie gewollt. Die Angst war zu groß. Max finger
streichelten trotzdem zärtlich ihren Schoß.
Verdammte Gefühle in dieser Nacht. Irgendwo hatte bestimmt
der Teufel gelacht.
Der nächste Kuss war mehr als Intim. Sie lagen in den Armen
des Anderen. Die Herzen standen nicht mehr still. Sie waren nur Freunde und
wollten es doch bleiben, und doch war da mehr, denn sie rieben sich zwischen
den Beinen. Ein kurzer Versuch zärtlicher Lust. Ein rascher Kuss auf Hals und
die Brust.
Schnell ging es los. Die Kleider verschwanden. Sie waren nur
Freunde, und gingen doch über zu verbotenem Handeln.
Feucht waren die Spalten. Willig vor Lust. Sie leckten sich
gemeinsam und weg war der Frust. Die Geilheit obsiegte in einem wilden Sturm.
Sie hielten sich fest im innigen Tun.
Als der Morgen erwachte, waren sie zweit. Freundschaft und
Liebe, für das Abenteuer bereit.
(c) Krystan Knigt, 2020